Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 11. August 2019.

Baselland

Reaktion auf Vandalismus macht Liestaler Bauer berühmt

Sein offener Brief an einen Vandalen macht den Liestaler Bauern Dieter Weber berühmt. Der Vandale «Flo» hatte zuvor Webers Mais-Labyrinth verwüstet.

Sein ganzes Herzblut hat Dieter Weber in sein Mais-Labyrinth gesteckt. Der Eingang wird nicht oft kontrolliert, der Landwirt vertraut seinen Mitmenschen, dass sie seine Arbeit wertschätzen, ehrlich Eintritt zahlen und das Labyrinth sauber hinterlassen.

Dieses Vertrauen nutzte ein Vandale eiskalt aus. Als Dieter Weber am Mittwoch zum Mais-Labyrinth kam, fand er vollgeschmierte Plakate, Müll und ausgerissene Maispflanzen vor. Der Vandale hat sich an der Kasse mit einem wasserfesten Filzstift auch gleich verewigt: «Flo was hear», womit er höchstwahrscheinlich in fehlerhaftem Englisch mitteilen wollte, dass er da war.

Offener Brief an «Flo»

Sechs Stunden Arbeit kostete die Vandalismus-Aktion den Bauern vom Hof Obere Wanne. «Das ist Zeit, die mir am Ende des Tages mit der Familie fehlt», sagt Dieter Werner enttäuscht. Er sei auch ein «Luusbueb» gewesen, dennoch wollte er dem Missetäter zeigen, was seine «doofe und unnötige (um nicht zu sagen idiotische), sondern auch hochgradig gemeine» Aktion für ihn bedeutet. Der Landwirt hat ihm deshalb einen einen offenen Brief geschrieben und lädt «Flo» und seine Kollegen ein, ihn auf einen Spaziergang durch das Labyrinth zu begleiten.

«Ich werde Euch auf dem Spaziergang erklären, was es heisst, Landwirt zu sein. Was es heisst, fremden Leuten immer und immer wieder blind zu vertrauen. Aber auch was es heisst, wenn man enttäuscht und betrogen wird. So wie nun von Dir». Mit diesen Worten beendet Dieter Weber seinen Brief. Von «Flo» hat er bisher noch nichts gehört. Sein Brief löste aber eine Welle der Solidarität aus.

Über 900 Mal geteilt

«Ich habe Mails bekommen, die sagen sie wollen bei mir arbeiten kommen, oder jemand hat mir einen Spray geschickt, mit dem man beim nächsten Mal wasserfeste Farbe besser wegputzen kann, oder eine Frau aus dem Bündnerland, Alice, 77 Jahre alt, hat mir eine Mail geschickt, es sei eine Zuger Kirschtorte unterwegs für uns als Ankerkennung», erzählt Dieter Weber von den vielen Rückmeldungen.

Über 900 Mal wurde sein Post auf Facebook bereits geteilt. «Wir haben so viele tolle Reaktionen bekommen. Das hat den Schaden, den ‹Flo› gemacht hat, längstens wieder aufgehoben. Es steht in keinem Verhältnis mehr, was wir durch die Aktion gewinnen konnten».

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*