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Der Telebasel News-Beitrag vom 11. August 2019.

Basel

«Pro Tag produzieren wir ein paar tausend Glacés»

Die Eiscrème-Kreationen von Gasparini gehören zum Basler Sommer dazu. Aber beim Traditionsunternehmen geht es um mehr als nur feine Glacé.

Unscheinbar, versteckt hinter einer blauen Türe im Münchensteiner Industriequartier liegt sie: die Produktionsstätte von Gelati Gasparini. Von hier stammen die herrlichen Glacé-Kreationen, die zu regionalen Spezalitäten avanciert sind. Und dabei ist vieles noch genau wie vor 65 Jahren, als das Zolli-Cornet zum ersten Mal im Zoo Basel verkauft wurde.

So wird das Eis immer noch von Hand abgefüllt, in Schokolade getaucht und verpackt. Auch die Zutaten werden, wenn vorhanden, immer noch von regionalen Anbietern gekauft.

Zwei Herzen in einer Brust

Während viele Menschen die momentane Hitze kaum ertragen, lässt sie bei Gasparini die Kasse klingeln: «Also in einem Tag gehen schon ein paar tausend Glacés durch die fleissigen Hände unserer Mitarbeiter. Wir können uns nicht beklagen. Im Juni und Juli, als es jetzt doch sehr heiss war, konnten wir schöne Umsätze einfahren» sagt Orlando Hügli, Betriebsleiter bei Gasparini.

Doch bei Gasparini dreht sich nicht alles nur um den schnöden Mammon. Im Jahr 2002 kaufte die Gesellschaft für Arbeits- und Wohnintegration (gaw) den Betrieb auf.

Die gaw ermöglicht Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, einen Job oder eine Wohnung zu finden. Gasparini hat sich voll und ganz der Arbeitsintegration verschrieben. Dadurch entstehe eine spannende Dynamik im Betrieb, erklärt Orlando Hügli: «Die Herausforderung, die wir hier haben ist, dass man zwei Herzen in einer Brust trägt. Natürlich einerseits der betriebswirtschaftliche Teil. Und das andere ist die Arbeitsintegration, die wir betreiben».

Qualität, Tradition und Mensch

Konkret bedeutet das für Gasparini einen gesunden Umgang mit Wachstum. Als soziales Unternehmen steht laut Orlando Hügli nicht nur der Profit im Vordergrund. «Es ist wichtig, den Fokus zu behalten und zu wissen, was man kann und was man nicht kann. Und diesen Weg dann auch bestreitet. Und dass wir die Handarbeit und die Art und Weise, wie wir heute produzieren, auch weiterhin beibehalten können. Aber trotzdem auf gesunden Beinen dahstehen.»

Dieser verantwortungsvolle Umgang mit Qualität, Tradition und Mensch macht Gasparini sympathisch und erfolgreich. Denn die Geschäfte laufen gut, erklärt Hügli, ohne nähere Zahlen zu nennen. Und so ist es gut möglich, dass auch in 65 Jahren noch Kinder mit einem Zolli-Cornet durch den Zoo Basel rennen. Denn seien wir ehrlich, die Glacé ist nicht nur sozial, sondern auch richtig lecker.

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