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Basel

Restaurant Hahn – jetzt sind auch die Cliquen weg

Der Kultbeiz Restaurant Hahn im Kleinbasel droht ein langsamer Tod: Ein Beizer ist noch immer nicht gefunden – und die Cliquen haben ihr Stammlokal verlassen.

Die Nachricht traf Fasnächtler und Kleinbasler hart: Ende März berichtete Telebasel, dass der Wirt der Kultbeiz Hahn gekündigt hat. Beizer Marc Magne hatte offenbar genug und zog sprichwörtlich ein Haus weiter in die Walliser Stube an der Clarastrasse.

Peter Bochsler, Präsident der Genossenschaft Restaurant Hahn, kündigte umgehend an, per 1. September eine Nachfolge zu suchen. Doch seither befindet sich die Quartierbeiz in einer tödlichen Spirale nach unten: Den ganzen Sommer ist die Beiz schon zu, weil Marc Magne zwar die Pacht noch zahlt, aber schon rüber in die Walliser Stube ist.

Ein Nachfolge-Wirt ist immer noch nicht in Sicht. Und jetzt haben auch die Cliquen ihr Stammlokal verlassen.

Nur die VKB halten die Stellung noch

Für einen allfälligen Nachfolger ist das eine Hypothek: Cliquen und Vereine zahlen Miete für Übungslokale, trinken nach der Trommelstunde noch ein paar Stangen. Das gibt Umsatz.

Doch gemäss Recherchen von Telebasel haben die Cliquen im Hahn das Weite gesucht: Die Alten Garden der Versoffene Deecht und der Wiehlmyys, die Stadtpfyffer, die Fägi-Musig – alle haben sie mit ihrem Beizer Marc Magne in die Walliser Stube gewechselt.

Einzig der Stamm und die Alten der VKB halten im Hahn noch die Stangen, respektive behalten ihre Stammbeiz. Auf Anfrage lässt man bei der Kleinbasler Clique verlauten, man habe aktuell keinen dringenden Grund, zu gehen. Doch es folgt die Drohung: Falls aus der Beiz ein Dönerladen werde, sei man blitzschnell weg.

Genossenschaft sucht immer noch

Anruf bei Peter Bochsler, Präsident der Genossenschaft Restaurant Hahn. Er seufzt in den Hörer. «Wir haben noch niemanden», sagt der freisinnige Grossrat. Mittlerweile gehe er aktiv auf Personen zu.

Noch immer ist das Inserat auf gastro-express.ch online. Für 6’000 Franken Miete im Monat bekommt der neue Wirt das ganze Haus inklusive Beizer-Wohnung und diverser Sääli sowie Lagerräume in den Obergeschossen.

Marode Kultbeiz?

Ein Grund, warum bisher kein neuer Wirt in Sicht ist, dürfte der Zustand der Liegenschaft sein. Im Zuge der Recherche bekam Telebasel von mehreren Seiten das Gleiche zu hören: Das Haus und das Restaurant seien dringend sanierungsbedürftig.

So meinte eine mit dem Innenleben der Beiz vertraute Person: «Die Tür des Kühlraums im Keller ist museumswürdig».

Darauf angesprochen meint der Genossenschafts-Präsident: «Naja, ich weiss nicht.» Man hätte immer wieder mal etwas renoviert. Trotz aller Umstände will er bei der Suche nach einem neuen Beizer aber nicht aufgeben. «Bitte schreiben Sie: Man kann sich sehr gerne bei mir melden!»

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