Die Polizei setzte in Hongkong wieder Tränengas ein, um die Proteste aufzulösen. (Bild: Keystone)

International

44 Festnahmen in Hongkong

Vor dem angekündigten Generalstreik in Hongkong ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Bei den Zusammenstössen in Hongkong seien 44 Menschen festgenommen worden. Dies teilte die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Montag mit. Sie setzte wieder Tränengas ein, um die Proteste aufzulösen.

Die Regierungskritiker hatten angekündigt, den Verkehr in der Millionenmetropole lahmzulegen. Hunderte maskierte und in schwarz gekleidete Demonstranten blockierten Strassen, entzündeten Feuer und übersprühten Ampeln mit Farbe.

Grosse Verspätungen

Hunderte Flüge wurden vorsorglich gestrichen, einige Bahnverbindungen wurden zudem eingestellt. Der Flughafenbetreiber rief Passagiere auf, sich vor einer Fahrt zum Flughafen zunächst an ihre Fluggesellschaft zu wenden. Demonstranten blockierten die Türen zahlreicher U-Bahnen und sorgten damit für Verspätungen. Der Metrobetreiber legte einzelne Strecken lahm.

In einer Erklärung der Regierung hiess es, die Gewalt und illegalen Proteste brächten Hongkong an eine «extrem gefährliche» Grenze. Kurz vor dem Beginn eines grossen Streiks kündigte Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam kurzfristig eine Pressekonferenz an.

Dort verurteilte sie die anhaltende Gewalt bei Demonstrationen in der Stadt. Die Proteste, die seit Wochen andauerten, hätten «die Stadt an den Rand einer sehr gefährlichen Situation gebracht», sagte Lam am Montag. «Ruhe und Ordnung» in der chinesischen Sonderverwaltungszone würden Schaden nehmen. Die Regierung der Metropole werde aber entschlossen dabei vorgehen, Recht und Ordnung in Hongkong aufrechtzuerhalten und das Vertrauen wiederherzustellen, erklärte sie.

Nähe zu Peking

Der Generalstreik soll den Protesten vom Wochenende folgen, bei denen wieder zehntausende Menschen auf die Strassen gegangenen waren und es auch erneut zu Zusammenstössen mit der Polizei kam. Die Proteste hatten sich vor rund zwei Monaten an Plänen der Regierung für ein Gesetz zur Auslieferung von Beschuldigten nach China entzündet. Seit Mitte Juni weiten sie sich aus.

Die Kundgebungen richten sich auch gegen Regierungschefin Carrie Lam, der Kritiker eine zu grosse Nähe zur Regierung in Peking vorwerfen. Zudem fürchten die Demonstranten um Freiheitsrechte, die der früheren britischen Kronkolonie nach der Übergabe an China 1997 eingeräumt wurden – und sie fordern mehr Demokratie.

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