Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 2. August 2019.

Basel

Kleine Theater bangen um Schul-Vorstellungen

Das Geld für Theaterbesuche von Schulklassen wird knapp. Kleine Bühnen sind verunsichert über die jüngste Budget-Limitierung des Kantons.

Es war eine Hiobsbotschaft an die Adresse der freien Theater. Das Erziehungsdepartement (ED) teilte ihnen kürzlich in einem Schreiben mit, dass die Subventionen für die Schul-Vorstellungen begrenzt werden. Zwar unterstütze der Kanton weiterhin vergünstigte Theatereintritte. Allerdings geschehe dies «aufgrund des eingeschränkten Volksschul-Budgets ab dem Jahr 2020 in geringerem Ausmass».

Daniel Jansen, Geschäftsleiter des Basler Marionettentheaters, rechnet vor, was das für die Schulklassen bedeuten könnte. Der Eintritt für eine Schul-Vorstellung im Marionettentheater kostet zehn Franken, damit die Kosten gedeckt werden könnten. Davon übernehme der Kanton jeweils sechs Franken. Mit der angekündigten Budget-Limitierung befürchtet Jansen, dass diese Gelder schneller versiegen und so manche Schulklasse leer ausgeht.

«Viele Kinder kennen das Theater gar nicht mehr»

«Wenn die Kosten 60 Prozent höher sind für die einzelnen Kinder, überlegt sich die Lehrperson sehr schnell, ob das mit der Klassenkasse machbar ist oder nicht», sagt Daniel Jansen. Mit 25 Kindern pro Klasse summiere sich das schnell mal. Wenn die Kinder mit zehn statt vier Franken zur Kasse gebeten werden, steige für die Lehrkräfte auch schnell mal die Hemmschwelle für einen Theaterbesuch.

Gerade für Kinder aus finanziell schwächeren Familien sei das die einzige Möglichkeit, mit dem Theater vertraut zu werden. Das beobachte er immer wieder: «Nach der Vorstellung kommen viele Kinder auf uns zu und sagen: «war ein toller Film». Da merkt man, dass viele Kinder den Begriff Theater gar nicht mehr kennen», erzählt Daniel Jansen. Daher kann er nicht nachvollziehen, dass der Kanton ausgerechnet bei einem relativ kleinen Budgetposten eine solche Limite ansetze.

Mehr Schüler, knapperes Budget

«Es geht nicht um eine Sparmassnahme», erwidert ED-Sprecher Simon Thiriet. Das Departement erachte es als wichtig, dass Schulklassen das Theater besuchen. «Wir haben einen Betrag dafür zur Verfügung und wir haben festgestellt, dass er nicht mehr reicht». Der Budgetposten für solche Schul-Vorstellungen, der sich im fünfstelligen Bereich bewegt, dürfe nicht überschritten werden. «Eine mögliche Erklärung kann sein, dass es mehr Schülerinnen und Schüler gibt in Basel-Stadt», sagt Simon Thiriet. «Es kann sein, dass wenn wir nach einem oder zwei Jahren feststellen, dass mehr Leute ins Theater wollen, und eine Erhöhung des Budgets beantragen».

Von den Massnahmen betroffen sind alle unabhängigen Theaterbetriebe, die Schul-Vorstellungen anbieten. So zum Beispiel das Junge Theater Basel. Dieses will auf Anfrage von Telebasel zum jetzigen Zeitpunkt diese Sache noch nicht kommentieren, da Gespräche mit dem ED geplant seien.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*