(Symbolbild: Keystone)

International

Euro fällt zum Franken auf Zweijahrestief

Der Euro fällt zum Franken mit 1,0928 Franken auf den tiefsten Stand seit Juli 2017. Auch zum Dollar gewinnt der Franken an Wert.

Der Greenback ging zuletzt bei 0,9848 Franken um, nachdem er am Vortag zeitweise noch gut einen Rappen höher gehandelt wurde. Auslöser dieser Flucht in Sicherheit ist der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China. Am Donnerstagabend hatte US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle auf chinesische Güter angekündigt. Chinas Regierung verurteilte das Vorgehen scharf und stellte umgehend Gegenmassnahmen in Aussicht.

Diese neuerliche handelspolitische Zuspitzung habe neue Ängste vor einer Eskalation des Handelskonfliktes zu einem Handelskrieg ausgelöst, heisst es in einem Kommentar einer Schweizer Bank.

Spannungen zwischen Japan und Südkorea

Zusätzlich für Verunsicherung sorgen auch die Spannungen zwischen Japan und Südkorea. Die Regierung in Tokio streicht Südkorea von der «weissen Liste» jener Länder, die Vorzugsbehandlungen bei Handelsgeschäften geniessen und Produkte beziehen. Damit droht der Streit über verschärfte Exportkontrollen Japans zu eskalieren – mit noch nicht absehbaren Folgen für die globalen Lieferketten, wie Experten befürchten.

Ausserdem zeigt die Weltwirtschaft immer mehr Spuren einer Abschwächung. So ist auch die Stimmung in der Schweizer Industrie gemessen am Einkaufsmanager-Index Industrie (PMI) im Juli deutlich gesunken und notiert mittlerweile so tief wie nie mehr in den letzten zehn Jahren.

Üblicherweise wird der Franken als sicherer Hafen verstärkt nachgefragt, wenn es irgendwo auf der Welt kriselt. Die Flucht in sichere Werte liess auch die Renditen der Obligationen weiter sinken. Immer mehr Staatsanleihen werfen eine negative Rendite ab. Das heisst, ein Anleger zahlt etwa der Eidgenossenschaft einen Zins, wenn er sein Geld in den als sicher geltenden Papieren parkieren will. Üblicherweise bezahlt der Schuldner dem Gläubiger einen Zins, wenn er Geld am Markt aufnimmt.

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