Ein Experte soll nun ein psychiatrisches Gutachten über den Hauptverdächtigen der ICE-Gleis-Attacke verfassen. (Symbolbild: Keystone)

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Nach Gleis-Attacke: Experte erstellt psychiatrisches Gutachten

In welcher psychischen Verfassung war der Tatverdächtige der Frankfurter Gleis-Attacke? Das soll nun ein Gutachter beurteilen. Die Familie erhält viele Spenden.

Nach der tödlichen Gleis-Attacke im Frankfurter Hauptbahnhof soll ein Experte ein psychiatrisches Gutachten über den Tatverdächtigen erstellen. Es sei ein Sachverständiger beauftragt worden, der mit dem 40-Jährigen entsprechende Gespräche führe, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Der dreifache Familienvater sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der Mann soll am Montag eine ihm unbekannte Frau und ihren Sohn vor einen einfahrenden ICE gestossen haben. Die 40 Jahre alte Mutter konnte sich retten, ihr Sohn wurde vom Zug überrollt und getötet. Der Eritreer, der seit 2006 in der Schweiz lebte, war vor einigen Tagen nach Frankfurt gereist. Laut der Kantonspolizei Zürich war er in diesem Jahr in psychiatrischer Behandlung.

Bereits ältere Dame geschubst

In den sozialen Medien kursiert derzeit ein Foto, das vermeintlich den Achtjährigen zeigen soll. Auf einem über das Foto gelegten Schriftzug wird er als der Junge vorgestellt, «der unter die Räder des 100 Tonnen schweren ICE» gestossen wurde. Dabei handelt es sich aber um ein anderes Kind. Das Foto ist seit spätestens 2014 in verschiedenen Versionen im Internet zu finden.

Gegen den Tatverdächtigen wird wegen Mordes und zweifachen Mordversuchs ermittelt. Am Montag soll er in Frankfurt auch versucht haben, eine 78-Jährige ins Gleisbett zu stossen. Die Frau habe sich aber retten können.

Unterdessen geht die Debatte über mehr Sicherheitspersonal an deutschen Bahnhöfen weiter. Die Grünen halten die Ankündigung von Innenminister Horst Seehofer (CSU), dort mehr Polizei einzusetzen, für unrealistisch. «Die Personalsituation bei der Bundespolizei ist trotz höherer Einstellungszahlen sehr angespannt», sagte die innenpolitische Sprecherin Irene Mihalic den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Daher muss man sich schon fragen, wo das zusätzliche Personal für mehr Präsenz an den Bahnhöfen eigentlich herkommen soll.»

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