Die Maschinen der Swiss starten trotz Greta-Effekt immer häufiger. (Bild: Keystone)

Schweiz

Swiss spürt keinen «Greta-Effekt» bei der Nachfrage

Von Flugscham keine Spur: Die Diskussionen rund um das Klima und den hohen CO2-Ausstoss beim Fliegen halten Swiss-Passagiere nicht vom Fliegen ab.

«Wir haben bisher keine Auswirkungen der Klimadebatte auf die Nachfrage festgestellt», sagte Swiss-Finanzchef Michael Niggemann in einem Videointerview mit der Nachrichtenagentur AWP.

«Wir verzeichnen sogar eine höhere Auslastung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.» In den ersten sechs Monaten toppte die Swiss den Vorjahresrekord bei den Passagieren nochmals, sie zählte über 3 Prozent mehr Passagiere.

Das Klima sei für die Swiss aber ein sehr bedeutendes Thema, sagte Niggemann weiter. «Ich denke, es sollte ein wichtiges Thema für uns alle sein.» Die Swiss engagiere sich hier seit Jahren. Zuvorderst seien Milliardeninvestitionen in die Flotte zu nennen. Die modernen Flugzeuge verbrauchen weniger Kerosin. Auch in der zweiten Jahreshälfte sollen zwei neue Boeing 777-300ER in Empfang genommen werden.

(Video: Thomas Perterhans)

Flugindustrie wächst und wächst

Die CO2-Emissionen will die Swiss zudem vor allem mit effizienteren Prozessen am Boden und an der Luft im Zaum halten. «Wir fordern seit Jahren einen einheitlich geregelten europäischen Luftraum – den «Single European Sky» für effizientere Streckenführung und entsprechend weniger Treibstoffverbrauch», sagte Niggemann. Und schliesslich unterstütze die Swiss das internationale Abkommen Corsia, mit dem es ab dem Jahr 2020 zu einem CO2-neutralen Wachstum in der Industrie kommen soll.

Die globale Flugindustrie wächst und wächst. Laut Zahlen der Umweltschutzorganisation WWF ist die Fliegerei für weltweit knapp 5 Prozent des menschengemachten Klimaeffekts verantwortlich, in der Schweiz sogar für über 18 Prozent. Frankreich will nun ab Anfang 2020 eine Umweltsteuer auf Flugtickets erheben. Auch in der Schweiz wird eine CO2-Abgabe auf Flugtickets diskutiert. Die Klimadebatte ist dieses Jahr insbesondere von den Protesten von Schülern und Aktivisten vorangetrieben worden, die auf die schwedische Schülerin Greta Thunberg zurückgehen.

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