(Bild: Google Streetview)

Basel

Bethesda-Spital weist Schwangere vor Geburt ab

Das Bethesda-Spital hat aufgrund eines Aufnahmestopps eine hochschwangere Frau abgewiesen. Sie musste mit dem Taxi in ein anderes Spital fahren.

Anfang Juli setzten bei einer hochschwangeren Baslerin die Wehen ein, woraufhin sie sich wie mit ihrem Arzt besprochen ins Bethesda-Spital begab. Dort habe sie sich schon lange vor der Geburt angemeldet, wie die «Basler Zeitung» schreibt. An der Rezeption jedoch wurde die Frau abgewiesen. Der Grund: ein Aufnahmestopp. Es gäbe kein freies Bett mehr in der Geburtsklinik.

Die Schwangere sei mit der Situation überfordert gewesen, da die Wehen in immer kürzeren Abständen auftraten. Obwohl sie sich an der Rezeption erkundigte, was sie denn jetzt tun sollte, wurde ihr nicht geholfen. In der Verzweiflung rief sie ihren Frauenarzt an. Dieser zeigte sich ebenso überrascht über die Situation, konnte der Hochschwangeren jedoch ein Bett in einem anderen Spital verschaffen.

Selbstständig ein Taxi gerufen

Die Baslerin bestellte selbstständig ein Taxi. Im anderen Spital wurde sie schliesslich als Patientin aufgenommen. Der Haken, ihr Frauenarzt durfte den Gebärsaal nicht betreten, da er für diese Klinik keine Befugnis hatte. Drei Stunden später brachte die Frau dann schliesslich ein gesundes Kind zur Welt. Wie sie gegenüber der «Basler Zeitung» sagt, wünsche sie keiner anderen Frau ein solches Erlebnis. «Ich bin immer noch entsetzt darüber, dass man mich in dieser Situation abgewiesen hat».

Zu den Vorwürfen sagte das Bethesda-Spital gegenüber der Zeitung, dass es auch in anderen Spitälern einen Aufnahmestopp geben könnte. Ausserdem gäbe es in der Geburtsklinik im Bethesda eine klare Regelung bezüglich der Einweisung, so Daniel Klötzli von der Medienstelle. Die Schwangere müsse sich so bei Beginn der Wehen telefonisch im Spital melden, um das weitere Vorgehen mit der Hebamme zu besprechen. Für die fehlende Hilfeleistung bei der Organisation des Transports entschuldige man sich. Das ändert für die betroffene Schwangere nichts. Für sie liegt das Hauptproblem bei dieser Misere, dass sie ihr Kind nicht im gewünschten Spital und mit dem selbst gewählten Arzt hätte zur Welt bringen können.

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