Interims-Konzernchef und VR-Präsident Hariolf Kottmann betont, dass die Differenzen zwischen Clariant und Sabic «rein geschäftlich» seien. (Bild: Keystone)

Baselland

Weder Clariant und Sabic waren zu Kompromissen bereit

Clariant und sein Ankeraktionär aus Saudi-Arabien finden im Moment nicht zueinander. Der Plan eines Joint Ventures mit Sabic wurde wieder auf Eis gelegt.

Laut Hariolf Kottmann gab es unterschiedliche Vorstellungen von Clariant und Sabic bei der Ausarbeitung der Transaktion. «Und keine Seite war bereit, Kompromisse einzugehen», sagte der interimistische Konzernchef und Verwaltungsratspräsident im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. «Das ist rein geschäftlich», versicherte Kottmann.

Er habe auch keine Signale erhalten, dass sich die Saudis nicht mehr als Ankeraktionär von Clariant sähen. Die Gespräche mit Sabic liefen entsprechend weiter. Es sei nicht auszuschliessen, dass der Aufbau des gemeinsamen Geschäftsbereichs High Performance Materials (HPC) wieder aufs Tapet komme.

«Abbruch wäre unfair gewesen»

Mit HPC hätte Clariant Geschäfte mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Franken erhalten. Der vergangene Herbst im Gegenzug eingeleitete Devestitionsprozess für die weniger dynamischen Geschäftsteile werden dennoch fortgesetzt. «Wir sind im Prozess des Verkaufens bereits so weit fortgeschritten, dass ein Abbruch unfair gewesen wäre gegenüber den Aktionären», sagte Hariolf Kottmann.

Nächster Chef nicht zwingend von Sabic

Am Vortag hatte nach nur gut neun Monaten Konzernchef Ernesto Occhiello seinen sofortigen Rücktritt eingereicht. Ihn vertritt jetzt sein Vorgänger Hariolf Kottmann. Occhiello war vom Grossaktionär aus Saudi-Arabien bei Clariant installiert worden.

Der nächste Konzernchef muss nicht unbedingt wieder von Sabic kommen, sagte Kottmann zu AWP. Das Nominierungsgremium habe die Arbeit bereits aufgenommen und werde geeignete Kantidaten vorschlagen. Dass sich Ernesto Occhiello an seinem Vorgänger und Clariant-«Übervater» aufgerieben haben könnte, stellte Hariolf Kottmann in Abrede: «Mein Verhältnis mit Ernesto war sehr gut – es gab kein Zerwürfnis».

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