Roche verzeichnet ein Umsatz-Plus von 8 Prozent im ersten Halbjahr 2019. (Symbolbild: Keystone)

Basel

Roche wächst dank neuer Medikamente und erhöht Ausblick

Die Roche konnte ihren Umsatz im ersten Halbjahr um 8 Prozent erhöhen. Der negative Einfluss von Nachahmerprodukten konnte so mehr als ausgeglichen werden.

«Etwa 90 Prozent unseres Wachstums in der Pharmasparte ist auf die neueren Produkte zurückzuführen», erklärte Konzernchef Severin Schwan nach der Vorlage der Halbjahreszahlen am Donnerstag vor Journalisten. Damit konnten die Umsatzeinbussen der beiden wichtigen Blockbuster Herceptin und Mabthera/Rituxan teilweise abgefedert werden.

Das spiegelt sich auch beim Konzernumsatz wider, der im ersten Halbjahr 2019 mit 30,5 Milliarden Franken um 8 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Zu konstanten Wechselkursen betrug die Zunahme sogar 9 Prozent.

Davon entfielen 24,2 Milliarden Franken auf die Pharmasparte, für die ein Umsatzplus von 10 Prozent ausgewiesen wird. Im Bereich Diagnostics lagen die Erlöse mit 6,3 Milliarden Franken auf Vorjahresniveau.

Biosimilars bald spürbarer

Zu den wichtigsten Wachstumstreiber gehörten das Medikament Ocrevus zur Behandlung der multiplen Sklerose. «In den USA sind wir mittlerweile Marktführer damit», stellte der Roche-Chef vor den Journalisten heraus. Aber auch das Blutermittel Hemlibra sowie die Krebsmedikamente Tecentriq, Perjeta und Avastin haben die Entwicklung massgeblich gestützt.

All diese neueren Medikamente haben die Umsatzrückgänge bei Herceptin und Mabthera/Rituxan abgefedert. Während die Umsätze für Herceptin um 9 Prozent zurückgingen, setzte Roche mit Mabthera/Rituxan 4 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. Dabei brachen die Umsätze vor allem in Europa und Japan ein.

Allerdings dürfte sich der negative Einfluss der Biosimilars ab dem vierten Quartal verstärken, betonten Schwan und sein Pharma-Chef Bill Andersen. Ab dann werden in den USA noch weitere Nachahmer für diese Mittel auf den Markt kommen. Gleichzeitig stellt der CEO aber heraus, dass man auch weiterhin alles daran setzen werde, die Patente so lange es geht zu verteidigen.

Zudem setzt Roche auch Hoffnung auf den chinesischen Markt. Hier sind mittlerweile zahlreiche der wichtigen älteren Mittel zugelassen und sollten vorerst für eine gute Dynamik sorgen. «Speziell für unser Diagnostik-Geschäft ist China mittlerweile einer der weltweit wichtigsten Märkte», erklärte Schwan.

Den betriebliche Kerngewinn beziffert Roche auf knapp 12,4 Milliarden Franken, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 13 Prozent entspricht. Der Konzerngewinn nach IFRS wiederum lag mit 8,9 Milliarden um 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Wachstum erklärt Roche mit der starken operativen Entwicklung sowie Einmaleffekten wie etwa der Neubewertung von noch ausstehenden Steuerzahlungen sowie der Auflösung von Rückstellungen.

Spark-Übernahme bis Ende Jahr abgeschlossen

Nach dem guten Abschneiden im ersten Halbjahr hat Roche zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose für das Jahresergebnis erhöht. Neu geht das Unternehmen von einem Verkaufswachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich aus. Da der Gewinn gemäss früheren Angaben ähnlich stark steigen soll, rechnet Roche auch mit einem höheren Gewinn.

Mit Blick auf die geplante Übernahme des Gentherapiespezialisten Spark Therapeutics bestätigte Schwan das bisherige Ziel, die Transaktion bis Ende des Jahres abzuschliessen. Derzeit wird der Prozess durch die noch andauernde Überprüfung der entsprechenden Behörden in den USA und Grossbritannien sowie dem Widerstand einiger Spark-Aktionäre aufgehalten.

Bei Analysten und Investoren kommen die Zahlen überwiegend gut an. Einige Analysten stossen sich zwar etwas daran, dass der Gewinn vor allem wegen Sondereffekten stärker als von ihnen erwartet gestiegen sei. Die angehobene Prognose spreche aber wiederum dafür, dass Roche das Tempo hoch halten werde. Die Genussscheine von Roche gehören mit einem Plus von 2,0 Prozent Anfang Nachmittag zu den grössten Gewinnern im Tableau der Schweizer Börse.

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