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Der Telebasel News Beitrag vom 25. Juli 2019.

Baselland

Leben ohne Küche, Bad und Fenster

In Münchenstein sind die Mieter einer Liegenschaft verärgert. Sie müssen auf einer Baustelle leben und trotzdem die volle Miete zahlen.

Die Worte gehen im Lärm der Bohrmaschine unter. Überall liegen Werkzeuge, die Kabel hängen lose aus den Decken, es ist staubig und stinkt. Diese Szene spielt sich mitten im Wohnzimmer von Sabine Zarini ab. Seit drei Monaten sieht es in ihrem Wohnzimmer so aus. Lüften kann sie nicht, denn die Schlüssel für die neuen Fenster sind noch nicht da. Für sechs Wochen gibt es für die Mieter an der Bottmingerstrasse in Münchenstein auch kein Badezimmer, keine Toilette und keine Küche.

«Ich zahle zwei Mieten gleichzeitig»

Zu Beginn habe Zarini mit ihrem Sohn noch versucht, in der Wohnung zu bleiben. «Uns wurde am Infoabend gesagt, dass es uns nicht betreffen wird. Es werde einfach an der Fassade gearbeitet, aber grundsätzlich sollte das kein Problem sein», so Sandro Menegola. Er musste sich auf seine anstehenden Maturaprüfungen vorbereiten und vertraute der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK), der Besitzerin der Liegenschaft. «Aber es ist alles anders gekommen», sagt er.

Wegen des Lärms konnte er sich nicht konzentrieren und auch seine Mutter hatte die Nase voll von der Baustelle. Für 350 Franken hat sie sich in einer anderen Wohnung eingemietet. Jetzt zahlt die alleinerziehende Mutter insgesamt rund 2000 Franken Miete. «Das heisst, ich habe jetzt drei Wochen Ferien und kann nirgends hin fahren, weil das Geld nicht reicht», erzählt die Mieterin.

Besitzerin verspricht Mietzinsreduktion

Immerhin, erzählen die Mieter der Liegenschaft, am Infoabend ein halbes Jahr vor Baubeginn sei ihnen eine Mietzinsreduktion von der BLPK versprochen worden. Für sechs Wochen sollen sie ihre gesamte Miete zurückerhalten. Die BLPK teilt schriftlich mit: «Es ist der BLPK ein grosses Anliegen, die Mietverhältnisse mit den bestehenden Mietern weiterführen zu können. Daher sollen Reduktionen bzw. Rückerstattung auch einen Anreiz für den Mieter darstellen, um das Mietverhältnis über die Sanierung hinaus beizubehalten».

Dass die Miete erst im Nachheinein reduziert wird, ist Usus. Dazu schreibt die BLPK: «Die definitive Höhe der Reduktion wird auch von den Einschränkungen während der Bauzeit abhängen, im Voraus kann der Betrag deshalb nicht abschliessend bemessen werden».

Anfang Oktober sollten die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Doch dann wartet schon die nächste Baustelle auf die Mieter. Die Strasse vor der Liegenschaft soll im Anschluss saniert werden.

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