Die Flughäfen Zürich und Genf schneiden laut einer Studie schlecht ab in Sachen Verspätungen. (Symbolbild: Keystone)

Schweiz

Schlechte Noten für Schweizer Flughäfen Zürich und Genf

In einer neuen Studie schneiden die Flughäfen Zürich und Genf in Sachen Verspätungen schlecht ab, obwohl die Schweiz für ihre Pünktlichkeit bekannt ist.

So weist der Zürcher Flughafen im Vergleich der 20 grössten Airports in der Schweiz, Österreich und Deutschland die zweitschlechtesten Pünktlichkeitswerte auf. Weit vorne unter den Zeitsündern rangiert auch der Flughafen Genf (Platz 5).

Durchgeführt wurde die Studie vom Fluggastrechte-Portal Airhelp. Das Unternehmen analysierte die Pünktlichkeitswerte der Flughäfen im ersten Halbjahr 2019, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.

Jeder vierte Flug ab Zürich verspätet

In Zürich seien von rund 59’700 Flügen deren 16’330 verspätet gestartet oder gar ausgefallen. Das entspricht einem Anteil von 27,4 Prozent. In Genf waren insgesamt 24 Prozent aller Flüge verspätet.

Der unpünktlichste Airport des Vergleichs war aber der Flughafen in Frankfurt am Main. Mit einem Anteil von 30 Prozent ausserplanmässiger Flüge war knapp jeder dritte Flug unpünktlich, wie es hiess.

Am anderen Ende der Tabelle befand sich der Flughafen Dortmund. Im untersuchten Zeitraum erfolgten dort nur 10 Prozent aller Flüge nicht nach Plan. Ab dem Flughafen Leipzig flog es sich mit 14,5 Prozent verspäteter Flüge auch recht pünktlich.

Flughafen gelobt Besserung

Der grösste Schweizer Flughafen hat sich selbst zum Ziel gesetzt, dass 80 Prozent der in Zürich abfliegenden Maschinen pünktlich starten sollen, sprich mit einer Verzögerung von maximal 15 Minuten. Die Verspätungen seien aber «leider immer noch zahlreicher als die Zielvorstellung», erklärte Kommunikationschefin Sonja Zöchling auf Anfrage.

Allerdings bestünden im europäischen Luftraum nach wie vor Engpässe aufgrund des Personalmangels bei den europäischen Flugsicherungen. Die von Airhelp ausgewerteten Flughäfen seien aber nicht eins zu eins miteinander zu vergleichen, betonte Zöchling.

«Bei den Flughäfen mit den positivsten Pünktlichkeitswerten handelt es sich fast ausschliesslich um Flughäfen mit Punkt-zu-Punkt-Verkehr» sagte die Flughafensprecherin. Diese hätten im Gegensatz zu den Drehkreuzen Zürich oder Frankfurt fast keine Umsteigepassagiere und demzufolge auch keine Rotationsverspätungen.

Zudem sei Zürich ein wetteranfälliger Flughafen. Gerade bei Bise sei die Kapazität deutlich geringer als im Normalbetrieb. «Wir haben deshalb beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) verschiedene Betriebsreglementsänderungen beantragt, die Entspannung bringen sollen», sagte Zöchling.

Die Verfahren liefen aber alle noch, sodass es noch ein paar Jahre dauern werde, bis sie umgesetzt werden könnten. «Bei Normalbetrieb läuft es eigentlich recht zufriedenstellend», sagte Zöchling.

1 Kommentar

  1. Sind die Gründe für die Verspätungen bekannt? Ist es eventuell auch so, wie ich es diverse Male erlebt habe, dass z.B. Swiss oder Edelweiss im Ausland bereits mit dem Abflug zuwarten müssen und keine Starterlaubnis erhalten?
    Ich habe schon erlebt, dass in Italien im Flughafen der Strom ausstieg! Nachdem dann alles wieder funktionierte erhielten zuerst alle russischen Maschinen Starterlaubnis und dann erst das Flugzeug nach Zürich. Es macht deshalb hier gar keinen Sinn, die Flughafen Zürich und Genf kritisieren zu wollen. Es geht um sehr viel mehr…..Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*