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Der Telebasel News Beitrag vom 19. Juli 2019.

Basel

Frachtschiff verliert Kontrolle und rammt zwei Brücken

In Basel hat ein nach einem Steuerungsfehler manövrierunfähiges Frachtschiff am frühen Donnerstagabend zwei Rheinbrücken touchiert.

Der Unfall ereignete sich zu einer Zeit, in der viele Menschen im Fluss schwammen. Zu Verletzten lagen zunächst keine Angaben vor. Der kaum mehr steuerbare Frachter Camaro VI wurde der Polizei um 18.30 Uhr gemeldet, wie ein Sprecher der Polizei Basel-Stadt vor Ort einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Die Steuerung des Frachteschiffs sei aus unbekannten Gründen ausgefallen. Nur der sogenannte Bugstrahler habe noch funktioniert.

Die Feuerwehr rückte nach dem Alarm mit dem Feuerwehrboot aus und begleitete das Schiff. Bei der Mittleren Brücke konnte der kaum steuerbare Frachter nicht sauber einfahren und touchierte deshalb einen Pfeiler. In der Nähe badeten zahlreiche Menschen im Rhein.

Das Schiff trieb laut Polizeisprecher danach weiter rheinabwärts und berührte auch einen Pfeiler der Johanniterbrücke. Unterhalb der Dreirosenbrücke gelang es der Besatzung dann, den Frachter ans Ufer zu lenken und mit dem Bug in Fliessrichtung anzulegen. Das Schiff wurde gesichert; eine Untersuchung wurde aufgenommen.

Keine Konsequenzen für Rheinschwimmen

Unter anderem wurden die Brücken vom Basler Baudepartement auf allfällige Schäden untersucht. «Wir haben die Statik kontrolliert. Die Brücken halten einen solchen Aufprall aus», sagt Daniel Hofer, Sprecher des Basler Baudepartements gegenüber «SRF».

Für das Rheinschwimmen wird der Zwischenfall keine Konsequenzen haben, berichtet die «bz». «Wir sehen keinen Grund, das Schwimmen im Rhein aufgrund eines sehr seltenen Vorfalls gegenüber der jetzigen Regelung einzuschränken», so Toprak Yerguz zur Zeitung. Die Schwimmer hätten alle gut reagiert und die Aufforderungen der Blaulichtorganisationen befolgt.

Polizei gibt Kahn frei

Am Freitag konnte der Frachter bereits wieder freigegeben werden, sagt Polizeisprecher Toprak Yerguz gegenüber Telebasel. Die Ermittlungen vor Ort seien jedoch noch nicht ganz abgeschlossen. Wann die Camaro VI wieder weiterfährt, ist allerdings noch unklar.

Toprak Yerguz, Polizeisprecher BS, im Interview. (Video: Telebasel)

Drei Besatzungsmitglieder unverletzt

Die Camaro VI hatte Container an Bord, war allerdings nicht voll beladen, wie ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schilderte. Die drei Personen an Bord – der Schiffsführer, ein Lotse und ein Besatzungsmitglied – blieben unverletzt. Zu verletzten Schwimmerinnen oder Schwimmern gab es zunächst keine Angaben.

Die Polizei sperrte nach dem Alarm den Rhein für die Schifffahrt. Auch die Schwimmenden wurden von Polizisten aufgefordert, aus dem Wasser zu steigen.

Die Camaro VI ist in den Niederlanden immatrikuliert. Das Containerschiff ist laut der Webseite marinetraffic.com 110 Meter lang und 11,5 Meter breit. Kurz vor dem Unglück in Basel hatte es seine Fahrt im Hafen Birsfelden oberhalb von Basel begonnen.

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