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Der Telebasel News-Beitrag vom 15. Juli 2019.

Basel

Prozess gegen nigerianischen Drogenring hat begonnen

Ein Nigerianer soll den Drogenschmuggel von den Niederlanden nach Basel im grossen Stil unterstützt haben. Nun steht er wegen vor Gericht.

Drogenhandel im grossen Stil. Daran soll sich ein 46-jähriger Nigerianer beteiligt haben. Am Montag musste der Beschuldigte vor Gericht Red und Antwort stehen.

Die Zürcher und Basler Polizei hatten im Jahr 2017 mit der Aktion «Wave» einen nigerianischen Drogenring auffliegen lassen. Das Kokain brachten Drogenkuriere über die Niederlande in die Schweiz; eingepackt in viele Fingerlinge, welche die Drogenkuriere geschluckt haben.

In Basel wurde das Kokain dann an über 100 Zwischenhändler in die ganze Schweiz verteilt. Einige der gefassten Bandenmitglieder wurden wegen Drogenhandels schon verurteilt. Vor Gericht musste sich der Nigerianer verantworten, der insbesondere bei den Geldwäscherei-Aktivitäten dieser Bande tatkräftig mitgewirkt haben soll. Dies zumindest ist die Meinung der Basler Staatsanwaltschaft, die den Angeklagten für ein ranghohes Bandenmitglied unter der direkten Führung der unbekannt gebliebenen Hintermänner aus den Niederlanden hält.

«Nur» ein Geld-Kurier?

«Ich sage die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!», beteuerte der Angeklagte am Montag mehrfach vor Gericht. Er habe mit Drogen nichts zu tun. Er widerspricht der Staatsanwaltschaft und sagt, er sei lediglich der Geld-Kurier gewesen und dies auch nur, weil er dazu gezwungen worden sei. Er habe Schulden gehabt und man habe ihm gedroht, seine Familie umzubringen.

Beschuldigt wird der Nigerianer gleich mehrerer Handlungen in verschiedenen Jahren. Bereits im Jahr 2008 habe er regelmässig Kokain-Gemisch von insgesamt 18,6 Kilo im Wert von 1,3 bis 1,8 Millionen Franken in die Schweiz liefern lassen und die Einnahmen zur Wiedereinspeisung in den legalen Wirtschaftskreis in die Niederlande geschmuggelt.

Auch in den Jahren 2016 bis 2017 soll er bis zu seiner Festnahme als Mitglied des Drogenrings am Import und Verkauf von mindestens 288,8 Kilo Kokain-Gemisch beteiligt gewesen sein. Dabei soll er insbesondere dafür verantwortlich gewesen sein, dass die Einnahmen aus dem Drogenhandel wieder zurück in die Niederlande gebracht werden. Dabei sei er kein gewöhnlicher Geld-Kurier gewesen, sondern stand in direktem Kontakt mit den Hintermännern in den Niederlanden und nahm demnach eine ranghohe Position ein, wie die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift schreibt.

Dabei sei er wöchentlich nach Basel gefahren und habe dort das Geld eingesammelt. Am Tag seiner Abreise habe er sich vorzugsweise ins Africa House an der Bruderholzstasse begeben und dort das Geld zu fingerlingähnlichen, mit Plastikfolie umwickelten Geldcontainern zusammengerollt. Diese hätten er und seine Komplizen geschluckt und so aus der Schweiz geschafft, so die Staatsanwaltschaft.

Angeklagter ist teilweise geständig

Vor Gericht gab der 46-Jährige am Montag zu, in Basel Geld eingesammelt und in die Niederlande gebracht zu haben. Woher das Geld stamme und wer die Menschen seien, die ihm das Geld aushändigten, habe er nicht gewusst.

Das Urteil wird für Freitag erwartet.

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