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International

Die noch grössere Herausforderung für den Maestro

Roger Federer steigt als Aussenseiter in seinen 12. Wimbledon-Final gegen Titelverteidiger Novak Djoković. Er ist der Dominator der letzten zwölf Monate.

Der Sieg von Roger Federer im Halbfinal-Spiel gegen Rafael Nadal war auch am Tag danach noch immer das grosse Gesprächsthema in Wimbledon. «Federers Revanche» titelte die «Times», «The Daily Telegraph» geriet über den Schweizer ins Schwärmen und schrieb vom «Fliegenden Federer», der gelegentlich auch «die Gesetze der Physik ausser Kraft setze».

Einen Monat vor seinem 38. Geburtstag verblüffte Roger Federer die Sportwelt einmal mehr. Er wirkte in der Neuauflage der Wimbledon-Finals von 2006 bis 2008 gegen seinen ewigen Rivalen so explosiv und aggressiv wie in seinem Comeback-Jahr 2017, als er am den Australien Open und in Wimbledon seine Grand Slam-Siege 18 und 19 feierte. So stark wie in der zweiten Turnierwoche hatte sich der Baselbieter zuletzt in Melbourne 2018 präsentiert, als er seinen 20. und bislang letzten Major-Titel gewann.

Letzter Schritt zum Titel fehlt

In Wimbledon fehlt der letzte Schritt zum Titel noch. Am Sonntag wartet mit Titelverteidiger Novak Djoković der Dominator der letzten zwölf Monate auf Roger Federer, der nach seinem Triumph gegen Rafael Nadal im Gegensatz zu Zuschauern und Medien äusserlich relativ gelassen blieb. «Ich weiss, dass das Turnier noch nicht vorbei ist.»

Djoković sei in Wimbledon die noch grössere Herausforderung als Nadal, bekannte Federer. 2014 und 2015 unterlag der Rekordsieger von Wimbledon jeweils im Final dem Serben, der mit seinem fünften Titel mit Björn Borg gleichziehen könnte. Acht der letzten zehn Duelle der beiden an Grand Slam-Turnieren entschied Djoković  für sich, seit Federers Comeback 2017 haben sie aber nie mehr eine Best-of-Five-Partie gegeneinander gespielt.

«Letztlich wird es darauf ankommen, wer an diesem Tag der Bessere ist», sagte Roger Federer. «Wer ist in einer besseren mentalen Verfassung? Wer hat noch mehr Energie übrig?» Für Fed Cup-Captain Heinz Günthardt ist klar, dass auf Federer in dessen zwölftem Wimbledon-Final viel Arbeit warten wird. «Djoković retourniert wesentlich besser als Rafa, gegen ihn muss man sich alles holen.»

Der Kampf um Rekorde

Im Final geht es nicht allein um den Titel in Wimbledon, sondern auch darum, wer einst als erfolgreichster Spieler in die Historie eingehen wird. «Ich versuche, in diesem Sport Geschichte zu schreiben und so viele Grand Slam-Titel wie möglich zu gewinnen», sagte Djoković nach seinem Halbfinal-Sieg gegen Roberto Bautista Agut. «Sie sind mein grösstes Ziel.»

Noch hat Novak Djokovic fünf Titel weniger auf dem Konto als Roger Federer. Neun seiner 15 Major-Titel gewann der Serbe aber in den letzten fünf Jahren und damit deutlich mehr als Nadal (4) und Federer (3). Auch den Rekord Federers von 310 Wochen als Nummer 1 hat Djoković  im Visier, wozu ihm noch rund ein Jahr an der Spitze des Rankings fehlt.

Trotz seiner Erfolge und Dominanz auf dem Platz: In der öffentlichen Wahrnehmung ist Novak Djoković hinter Roger Federer und Rafael Nadal nur die Nummer 3. Am Sonntag werden die Sympathien klar verteilt sein, zumal sich Djoković in den letzten Wochen aufgrund seiner Rolle als Präsident des ATP-Spielerrats in England keine Freunde gemacht hat. Dies bekam er auch gegen Bautista Agut zu spüren, was ihn zu einigen provokanten Gesten verleitete. «Ich weiss, was mich erwartet», sagte der Serbe. «Ich habe hier in Wimbledon gegen Roger 2014 und 2015 zwei epische Finals gespielt.»

Verfolgen Sie den Wimbledon-Final von Roger Federer gegen Novak Djoković am 14. Juli 2019 ab 15 Uhr im Live-Ticker. 

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