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Der Telebasel News Beitrag vom 14. Juli 2019.

Basel

Blind durchs Museum

Die Ausstellung «Klangbilder» wurde im Juni eröffnet. Einen Monat später gibt es nun eine ganz besondere Führung im Musikmuseum: für blinde und sehbehinderte.

Anfassen erlaubt! Für sehbehinderte Menschen ist das Anfassen und Ertasten von Exponaten zentral, um ins Museum gehen zu können. Üblicherweise ist es nicht erlaubt, zu nah an Bilder ran zu gehen oder Ausstellungsstücke gar anzufassen. Vier Mal im Jahr veranstaltet das Historische Museum Basel darum Führungen für Blinde und Sehbehinderte.

Besuch im Museum sonst nicht möglich

Ruth Huber aus Basel nutzt dieses Angebot rege: «Wir können nicht mehr in ein Museum gehen, wo wir nichts betasten können. In den meisten Museen ist alles angeschrieben und dann ist fertig. Darum sind wir auf so Führungen angewiesen»

Bei der heutigen Ausstellung nehmen die beiden Leiterinnen Christine Erb und Johanna Stammler ihre Gäste mit auf eine musikalische Zeitreise. In der Ausstellung «Klangbilder» im Musikmuseum können die Sehbeeinträchtigten und Blinde Musikinstrumente aus dem 16. Jahrhundert anfassen, ihren Klängen zuhören und sie selbst ausprobieren.

Nähe zum Bild

Bei rund 20 Teilnehmern an der Führung stellt dies auch die Vermittlerinnen vor eine Herausforderung. Viele Gäste brauchen Hilfe bei der Orientierung durchs Museum. Auch die Bilder müssen genau erklärt werden. Diejenigen, die noch etwas sehen, können nah an die Bilder ran, um sie sich genau anschauen zu können. Eine Voraussetzung dafür, dass sich ein Museumsbesuch für Sehbeeinträchtigte lohnt, wie Markus Lauber erklärt: «In vielen Museen ist es Gott sei Dank so, dass Vieles sehr gut zu sehen ist, wenn man nah hin kann oder es gibt immer mehr diese Audioführungen mit den Kopfhörern, das ist euch noch eine Hilfe».

Die Führung für Blinde und Sehbehinderte ist kostenlos, dies dank der Unterstützung der Emma Schaub Stiftung.

Die Ausstellung ist für alle noch bis Februar nächsten Jahres im Musikmuseum Basel.

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