(Bild: Keystone)

International

Serena Williams’ Warten geht weiter

Serena Williams blieb im Wimbledon-Final gegen Simona Halep chancenlos. Sie verlor in weniger als einer Stunde 2:6, 2:6.

Als nach 56 Minuten eine Vorhand von Serena Williams an der Netzkante hängen blieb, sank Simona Halep auf die Knie. Die Rumänin hatte auf dem berühmtesten Centre Court der Welt in ihrem ersten Wimbledon-Final eine nahezu perfekte Leistung geboten. «Es war die beste Partie meiner Karriere», sagte Halep, der im einseitigen Match nur drei einfache Fehler unterliefen.

Die ehemalige Nummer 1 hatte in ihrem ersten Wimbledon-Final einen Start nach Mass hingelegt. Nach acht Minuten und zwei Breaks lag sie bereits mit 3:0 in Führung, drei Minuten später stand es 4:0. Den Vorteil gab sie nie mehr aus der Hand. «Ich wusste, dass ich bei jedem Ball 100 Prozent geben muss», sagte Halep. «Ich musste dagegenhalten, denn wenn Serena einmal in die Partie zurückkommt, dann ist sie sehr, sehr stark.»

Halep konnte Williams mühelos standhalten

Auch im zweiten Durchgang schaffte es Halep dank ihrer defensiven Qualitäten, dem Druck von Williams mühelos standzuhalten. Das Break zum 3:2 gelang ihr nach einem von insgesamt 26 einfachen Fehlern der Amerikanerin, der Servicedurchbruch zum 5:2 mit einem herrlichen Rückhand-Winner. Vor dem Turnier habe sie den Mitarbeitern in der Garderobe gesagt, dass es ihr Traum sei, hier im All England Club einmal Mitglied zu werden. «Nun ist dieser wahr geworden», so Halep.

Für die 27-Jährige aus Constanta war es der zweite Grand-Slam-Titel. 2018 hatte sie am French Open in Paris triumphiert, nachdem sie in ihren ersten drei Major-Finals den Kürzeren gezogen hatte.

Die Zeit läuft gegen Williams

Serena Williams hingegen verlor auch ihren dritten Grand-Slam-Final seit der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia im September 2017. Noch immer fehlt der 37-Jährigen ein Titel zur Rekordmarke von Margaret Court, nachdem sie am Australian Open 2017 ihren 23. gefeiert hatte.

Williams hatte im Vorfeld des Finals versucht, die Bedeutung dieses 24. Titels herunterzuspielen – ganz im Gegensatz zu ihrem Trainer Patrick Mouratoglou. «Dieser Rekord ist der ultimative», sagte der Franzose am Tag vor dem Final im Interview mit der BBC. «Er ist der einzige Grund, warum Serena zurückgekommen ist.» Der Druck sei enorm, so Mouratoglou. Es gehe darum, diesen zu akzeptieren, darüber zu sprechen und damit umzugehen.

Am Samstag scheiterte Williams aber nicht in erster Linie an den hohen Erwartungen, sondern an einer Gegnerin, die schlicht und einfach besser war. Dies war ihr bereits im US-Open-Final 2018 widerfahren, als sie gegen Naomi Osaka chancenlos blieb, dabei aber die Nerven verlor und auf dem Platz ausrastete.

Klar ist, dass Williams’ Chancen, den Rekord zu egalisieren oder gar zu brechen, immer weniger werden. Die Zeit läuft gegen die Amerikanerin. Mit 37 Jahren und 290 Tagen wäre sie in Wimbledon zur ältesten Siegerin der Open Ära avanciert. In den letzten Monaten hatte Williams wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen, seit ihrem Comeback wirkte sie nie mehr so fit wie vor der Babypause.

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