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International

Verheerender Sturm bringt Tote und Zerstörung

In Griechenland tobte in der Nacht auf Donnerstag ein heftiges Unwetter. Mindestens sieben Menschen starben. Im Ticker bleiben Sie auf dem Laufenden.
«Es war so laut, dass man richtig Angst bekam»

Der Telebasel News Beitrag vom 11. Juli 2019:

(Video: Telebasel)
Mindestens 7 Tote

Das Unwetter dauerte nur zehn Minuten, aber die Bilanz war verheerend: Auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki sind in der Nacht auf Donnerstag sechs Touristen ums Leben gekommen, zudem wurde ein griechischer Fischer tot geborgen.

Mehr als hunderten Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat keine Kenntnis davon, dass Schweizer Staatsangehörige zu Schaden gekommen sind.

Dort wo der Sturm wütete, sind Strom- und Wasserversorgung ausgefallen. Teile der beliebten Ferienregion Chalkidiki gleichen einem Trümmerfeld. Vielerorts sind Strommasten umgestürzt, Bäume umgeknickt und Dächer eingebrochen.

Das griechische Verteidigungsministerium hat Soldaten mit Generatoren und Räumgerät in das Gebiet geschickt, das Innenministerium sagte 500’000 Euro Soforthilfe für die Infrastruktur der Touristenregion zu. (sda)

Zwei Wirbelstürme und Hitze von über 40 Grad

Im griechischen Ort Nea Potidea am sogenannten ersten Finger der Halbinsel Chalkidiki kamen ein russischer Tourist und sein zweijähriger Sohn ums Leben, als ein Baum umstürzte. Das Dorf sieht aus, als habe es ein schweres Erdbeben gegeben.

Augenzeugen und Anwohner stimmen überein, dass sie Vergleichbares noch nie erlebt haben. Griechische Meteorologen sprechen von zwei Wirbelstürmen, die über die Region hinweg fegten. «Wir wussten, dass es einen schweren Sturm geben würde, und es gab auch entsprechende Warnmeldungen; aber wir konnten nicht vorhersagen, wo genau das Unwetter zuschlägt», sagte Efthymios Lekkas, Chef des griechischen Katastrophenschutzes, am Donnerstagmorgen dem Radiosender Thema104,6.

Das Phänomen sei selten, aber bekannt, und entwickle sich nur in der Nähe des Meeres, erklärte Lekkas: Bis in den späten Abend habe grosse Hitze mit bis zu 40 Grad geherrscht.

Die hohen Temperaturen liessen grosse Mengen Meerwasser verdampfen, so dass sich die Wirbelstürme zusammenbrauten. Wo genau diese sich entladen, ist nach Lekkas Angaben jedoch kaum vorherzusagen. Auch andere Fachleute bestätigen, dass dieses extreme Phänomen nicht vorhersehbar gewesen sei.

Regentropfen wegen Wind wie Steine

«Als die Regentropfen mich am Rücken trafen, dachte ich, es wären Steine, so stark war der Wind», sagte ein Anwohner dem griechischen TV-Sender Skai.

Autos, Mülltonnen, Motorräder Tische, Stühle, Markisen, Sonnenschirme, alles sei durch die Luft gewirbelt worden. Mancherorts rissen Balkongeländer ab und fielen auf Stromleitungen; manche Strommasten knickten einfach so um – die betroffene Region ist seither ohne Elektrizität und auch ohne Wasser.

Das Innenministerium der gerade erst ins Amt gewählten konservativen Regierung versprach sofortige Hilfe. Erst im letzten Sommer war Griechenland von einer Feuerkatastrophe in der Nähe von Athen heimgesucht worden, bei der mehr als 100 Menschen ums Leben kamen. Bis heute ist das Land mit der Aufarbeitung beschäftigt. (sda)

 
 
(BIlder: Keystone)
Unwetter dauerte eine Stunde lang – Fischer vermisst

Auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki sind in der Nacht zum Donnerstag sechs Touristen ums Leben gekommen, ein griechischer Fischer wird vermisst.

Rund 60 Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt, einige von ihnen schwer. Dort, wo der Sturm wütete, sind Strom- und Wasserversorgung ausgefallen. Von einem seltenen Wetterphänomen sprechen die Meteorologen; das griechische Verteidigungsministerium hat Soldaten mit Generatoren und Räumgerät in das Gebiet geschickt.

An der Küste des Ortes Sozopoli wurde der Camper eines tschechischen Ehepaares über den Strand geschleudert; der Mann war sofort tot, die Frau starb auf dem Weg ins Spital, berichteten griechische Medien am Donnerstagmorgen.

Fotos von der Unglücksstelle zeigen ein Bild der Verwüstung – der zertrümmerte Wohnwagen liegt auf dem Dach, Kleider, Kochutensilien, Lebensmittel, ein Grossteil der Ausstattung des Paares liegt auf vielen Quadratmetern verteilt im Sand.

(Bild: Keystone)

Weiter östlich im Ort Nea Plagia kamen eine rumänische Touristin und ihr Sohn ums Leben, als das Vordach einer Taverne einbrach. Der etwa sieben- oder achtjährige Bub sei von einer Sturmböe erfasst und gegen die Fensterscheibe des Restaurants geworfen worden, berichteten Augenzeugen.

Die Menschen hatten unter dem Tavernendach Schutz gesucht; Bilder des nordgriechischen Nachrichtenportals thestival.gr zeigen mit Überschwemmungen, eingestürzten Dächern und umgeknickten Bäumen das Ausmass der Katastrophe im gesamten Ort. (sda)

«Hagelkörner knallten vor die Läden»

Der Vater des 26-jährigen Basler Leser-Reporters weilt zurzeit ebenfalls in Griechenland, seinem Heimatland, in den Ferien. Auch er berichtet von einem heftigen Sturm: «Alles, was nicht fest angebunden war, flog durch die Gegend: Sonnenschirme, Stühle, Tische.» Er und seine Mitmenschen gingen ins Haus, zogen die Fensterläden zu. Im Hausinnern habe es sich so angehört, als wenn man mit einem Maschinengewehr beschossen werde. «Das waren die Hagelkörner, die vor die Läden knallten», erzählt der 58-Jährige. Strom und fliessendes Wasser gebe es zurzeit nicht.

«Plötzlich flog alles durch die Luft!»

«Innerhalb von Sekunden brach das Gewitter über uns ein», berichtet ein Leser-Reporter gegenüber Telebasel. Der 26-jährige Basler weilt zurzeit im Ort Nea Kallikratia auf der Ferieninsel Chalkidiki, nahe der griechischen Halbinsel Kassandria.

In der Nacht auf Donnerstag überschlugen sich die Ereignisse: Ein heftiger Sturm sei aufgezogen. «Unglaublich viele Blitze waren am Himmel zu sehen und plötzlich flog alles durch die Luft! Ziegelsteine und andere Gegenstände. Die Sirenen gingen auch an», erzählt er. Plötzlich sei alles dunkel geworden. «Seit dem Unwetter haben wir hier keinen Strom mehr», berichtet der junge Mann.

Schwangere Frau in Italien verletzt

Auch in Italien wüteten heftige Unwetter. Im Badeort Milano Marittima an der Adria wurde eine Frau verletzt. Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h gemessen.

Weiter südlich in Pescara entstanden ebenfalls grosse Schäden. Laut einem Bericht der Zeitung «La Repubblica» fielen Hagelkörner in der Grösse von Orangen vom Himmel. 18 Personen seien verletzt worden, darunter eine schwangere Frau.

Regierung ruft Notstand aus

«Ich habe so starke Winde noch nie erlebt», sagte der Chef des Zivilschutzes, Charalambos Stergiadis, dem gleichen Sender. Die Feuerwehr musste mehr als 500 Mal ausrücken, um Menschen in Not zu helfen. Die Regierung rief den Notstand für die Region aus. Eine genaue Bilanz werden die Behörden erst nach Tagesanbruch ziehen können.

Das heftige Unwetter folgte einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. In der Region der Chalkidiki verbringen zurzeit Zehntausende überwiegend aus osteuropäischen Staaten stammende Touristen ihren Urlaub.

Mindestens sechs Tote bei Unwetter in Griechenland

Ein heftiges Unwetter im Norden Griechenlands hat in der Nacht zum Donnerstag mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Nach Behördenangaben wurden mehr als 60 Menschen verletzt.

Die Feuerwehr sprach von stürmischem Wind und starkem Regenfall in der Region. Alle Todesopfer seien Touristen, berichtete das Staatsradio (ERT) unter Berufung auf den Zivilschutz und die Polizei. Von dem Unwetter betroffen war vor allem die bei Feriengästen beliebte Halbinsel Chalkidiki.

Eine Frau aus Rumänien und ihre Tochter wurden den Angaben zufolge vom abgerissenen Dach einer Taverne getroffen. Ein umstürzender Baum erschlug einen Russen und dessen zweijährigen Sohn.

Mehr als 60 Menschen verletzt

Ein Mann aus Tschechien starb in seinem Wohnmobil, das von Sturmböen erfasst wurde und sich mehrfach überschlug. Seine Frau erlag ihren Verletzungen in einem Gesundheitszentrum, wie ERT unter Verweis auf den Zivilschutz berichtete.

«Wir haben sechs Menschen, die ums Leben gekommen sind. Mehr als 60 Menschen wurden durch Stühle, Ziegelsteine, Mülltonnen und andere Gegenstände verletzt, die durch die Gegend flogen», sagte der Chef des Gesundheitszentrums der Kleinstadt Moudania, Athanassios Kaltsas, im Fernsehen.

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