6. Juli 2008: Roger Federer verliert im Wimbledon-Final 4:6, 4:6, 7:6 (7:5), 7:6 (10:8), 7:9 gegen Rafael Nadal. (Bild: Keystone)

International

Erstes Rasenduell zwischen Federer und Nadal seit elf Jahren

Am Freitag treten Roger Federer und Rafael Nadal in den Wimbledon-Halbfinals zum 40. Mal gegeneinander an. Es ist aber erst das vierte Duell auf Rasen.

In den Halbfinals von Wimbledon kommt es am Freitag zu dem herbeigesehnten Duell zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden im All England Club seit elf Jahren und dem epischen Fünfsatzsieg des Spaniers im Final.

Bereits nach der Auslosung des Turniers vor zwei Wochen war ein mögliches Aufeinandertreffen von Roger Federer und Rafael Nadal in den Halbfinals eines der grossen Themen gewesen. Und mit jeder Runde, welche die beiden erfolgreichsten Spieler der Geschichte souverän überstanden, stieg bei den Organisatoren, den Medien und den Zuschauern die Vorfreude auf das mögliche 40. Duell der Beiden.

Auch Kei Nishikori und Sam Querrey gelang es in den Viertelfinals nicht, die Neuauflage der Wimbledon-Finals 2006, 2007 und 2008 zu verhindern. Roger Federer erwischte zwar auf dem Centre Court gegen den Japaner nicht zum ersten Mal in diesem Turnier einen Kaltstart, vermochte sich aber erneut zu steigern und übernahm nach dem verlorenen ersten Satz das Kommando. Nach gut zweieinhalb Stunden setzte er sich gegen die Nummer 7 der Welt 4:6, 6:1, 6:4, 6:4 durch und zog dank des 100. Einzel-Siegs in Wimbledon, des 186. auf Rasen, in seinene 45. Grand Slam-Halbfinals ein.

Eine knappe Stunde später machte Rafael Nadal das Traum-Halbfinal-Spiel perfekt. Der Weltranglisten-Zweite gewann auf Court 1 gegen den Amerikaner Sam Querrey 7:5, 6:2, 6:2 und hatte dabei nur im ersten Satz einige heikle Momente zu überstehen. «Ich habe sehr aggressiv und mit hoher Intensität gespielt», sagte Nadal. Er habe sowohl gut aufgeschlagen als auch gut retourniert. «Ich bin sehr zufrieden mit diesem Sieg.»

«Wir sind beide in Form»

Sowohl Federer als auch Nadal versuchten, den Hype um das Duell der beiden Giganten etwas herunterzuspielen. «Die Partie ist für mich und wohl auch für Roger aber schon speziell», sagte Nadal. Zwar hatten sich die beiden erst vor einem Monat in den Halbfinals an den French Open in Paris duelliert, auf Rasen waren sie sich aber letztmals vor elf Jahren begegnet, als Nadal bei einbrechender Dunkelheit die Regentschaft Federers auf Rasen vorerst beendete und dessen sechsten Wimbledon-Sieg in Folge verhinderte.

Dass Federers jüngste Niederlage in Paris – die 24. insgesamt gegen Nadal – einen Einfluss auf das Duell vom Freitag haben wird, glaubt der Baselbieter nicht. Zuvor hatte er die vier Begegnungen gegen Rafael Nadal seit seinem Comeback Anfang 2017 für sich entschieden, so auch den Final an den Australian Open 2017 über fünf Sätze. «Aber all das spielt keine Rolle», sagte Roger Federer. «Es geht darum, wie er hier bislang gespielt hat und wie ich hier bislang gespielt habe.» Während Nadal von Beginn des Turniers an sehr beeindruckend agierte, legte Federer einen Steigerungslauf hin. «Wir sind beide in Form.»

Keine Geheimnisse

Geheimnisse zwischen den Beiden gibt es keine. Er wisse alles über Nadal, sagte Roger Federer. Sie hätten unterschiedlich Stärken und Schwächen. «Jeder weiss, dass Rafa jedem Gegner auf jedem Belag weh tun kann.» Der Spanier spielt offensiver als in früheren Jahren, was neben dem Trainerwechsel von Onkel Toni zu Carlos Moya 2017 auch auf seine häufigen gesundheitlichen Probleme in der Vergangenheit zurückzuführen ist. «Er nimmt das Zepter mehr in die Hand und versucht, die Ballwechsel schneller abzuschliessen», so Federer.

Vom Niveau seines Spiels hier in Wimbledon zeigte sich der Rekordsieger im All England Club angetan. Auch wenn er in Rückstand gerate, fühle er sich wohl auf dem Platz und bleibe ruhig, so Federer. Gegen Kei Nishikori drehte er nach dem frühen Break gegen sich und ungewohnt vielen Doppelfehlern auf und hatte in den Sätzen zwei, drei und vier nur noch insgesamt eine Breakchance abzuwehren. «Ich bin sehr zufrieden, wie ich den Ball treffe – auch von der Grundlinie aus», sagte Federer. «Gerade im Hinblick auf das nächste Spiel ist dies sehr wichtig.»

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