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Der Telebasel News-Beitrag vom 30. Juni 2019.

Basel

«Ältere Damen stört es, wenn junge Muslimas ins Wasser springen»

Im «Fraueli» schlichten zwei Mediatorinnen seit Jahren zwischen Basler Stammgästen und französischen Muslimas. Es gebe nur noch vereinzelt Reklamationen.

Das «Fraueli» lockt seit Jahren weit über die Schweizer Grenzen hinaus Frauen an. Unter muslimischen Besucherinnen aus dem Dreiländereck ist das Schwimmbad innerhalb des Eglisees längst kein Geheimtipp mehr. Die junge Amel aus Mulhouse schätzt es etwa, dass es hier immer ruhig sei und sie das Kopftuch ablegen könne. «Bei uns ist das nicht möglich – daher habe ich dieses Schwimmbad hier gewählt», sagt Amel gegenüber Telebasel in der langen Warteschlange vor dem Eglisee.

Aus einer anderen Gruppe aus Frankreich ist der Tenor auch klar: «Das ist die beste Badi überhaupt», lobt eine junge Muslima das Fraueli. Auch Zeynep aus Lörrach schätzt die Ruhe hier – «ohne Kinder und Männer», wie sie augenzwinkernd sagt.

Klagen über den hohen Zustrom

Das Zusammenleben zwischen Angereisten aus dem Elsass und Basler Stammgästen war offenbar nicht immer harmonisch. Vor mehreren Jahren sorgten diverse Konflikte im Frauenbad für Schlagzeilen. So wurden etwa Klagen über Frauen laut, die sich mit Strassenkleidern ins Schwimmbecken begaben oder sonstige Bade-Gepflogenheiten missachteten. Vor vier Jahren verschärfte das Sportamt die Regeln bei der Badekleidung. Zudem wurde das Mitnehmen von Kindern (abgesehen von Babies) untersagt.

Glücklich sind aber auch jetzt nicht alle. Eine Besucherin meldete sich etwa bei Telebasel und sagte, es gebe noch immer Ärger im «Fraueli». Die angestammten Gäste fühlten sich aufgrund des regen Besuchs aus Frankreich einfach nicht mehr wohl. Eine andere Besucherin meinte vor Ort, es werde langsam zu eng im «Fraueli».

«Manchmal gibt es rassistische Äusserungen»

Vor der Kamera wollte sich von den Kritikerinnen niemand äussern. Wohl aber eine Besucherin, die das anders sieht. Lisa aus Basel stört es etwa nicht, dass manche muslimische Frauen sich halt nicht so gern in gemischten Bädern zeigen. Das habe durchaus seine Berechtigung. «Ich kriege aber mit, dass es manchmal leicht rassistische Äusserungen gibt», sagt Lisa.

Eine eher positive Bilanz ziehen auch Bea Kurz und Michèle Sandrin. Die beiden vermitteln im «Fraueli» zwischen den verschiedenen Besucherinnengruppen. Mit Strassenkleidern betrete kaum mehr jemand die Bassins, sei es bei den muslimischen oder anderen Badegästen. «Man zieht sich aus und hat ein durchaus frivoles Badekleid an. Es kann auch mal ein Burkini sein, das ist aber eher selten», sagt Bea Kurz.

Dennoch komme es durchaus zu Reklamationen. Musik im Gartenbad, Mitführen grösserer Kinder oder Handy-Fotos – das sind unter anderem Klagen, die sich Michèle Sandrin während dieser Badesaison notiert. Ermahnen müsse sie auch immer wieder Mütter, die sich mit dem Säugling an die pralle Sonne begeben.

Eher ein Konflikt zwischen Jung und Alt?

Von den alten «Fraueli»-Konflikten zwischen Basler Stammgästen und muslimischen Angereisten aus dem Elsass sei dagegen nicht mehr viel zu beobachten. «Es ist ein Problem der immer gleichen Frauen», sagt Bea Kurz. Diese würden stets das halbleere, statt das halbvolle Glas sehen.

Ihren Schilderungen zufolge sieht vieles nach einem Generationenkonflikt aus. «Es gibt ältere Damen, die sich gestört fühlen, wenn junge Muslimas ins Wasser springen – was sie auch dürfen – und dazu lachen und kreischen», sagt Kurz. «Seien wir ehrlich – wir waren doch alle einmal 16 Jahre alt».

2 Kommentare

  1. Meine Kritik liegt ausschliesslich an den Elsässern, sie verdienen ihr grosses Geld in der Schweiz, besitzen sehr ansehnliche Einfamilienhäuser, haben aber kein Geld eine eigene Badi zu finanzieren…….für mich sieht das wieder einmal nach “Ausnutzenlassen”…..immer öfter zweifle ich am Verstand unserer Regierung.Report

  2. ich gehe seit Jahren , gerne am Abend ins Fraueli schwimmen. Ich bezahle für 2 Stunden schwimmen Fr.8.- Heute war das Wasser so trüb und ekelhaft, sogar glitschig, das man um 19.30 aus dem Wasser musste , um es zu reinigen. Wie sieht das in Zukunft mit unserer Gesundheit aus? Ich war das letzte mal im Fraueli.Report

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