Die deutsche Kapitänin des Flüchtlings-Rettungsschiffs «Sea-Watch 3», Carola Rackete, wurde verhaftet. (Bild: Keystone)

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Kapitänin von Flüchtlings-Rettungsschiff verhaftet

Nach langem Tauziehen legte das Flüchtlings-Rettungsschiff «Sea-Watch 3» im Hafen von Lampedusa an. Die Kapitänin Carola Rackete wurde verhaftet.

Nach langem Ranken hat das deutsche Flüchtlings-Rettungsschiff «Sea-Watch 3» nach Angaben der Hilfsorganisation Sea-Watch im Hafen der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa angelegt. Nach dem Festmachen sei die deutsche Kapitänin Carola Rackete verhaftet worden. Dies sagte ein Sea-Watch-Sprecher in der Nacht zum Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Die 40 Flüchtlinge seien noch an Bord.

Sea-Watch-Geschäftsführer Johannes Bayer erklärte im Kurzmitteilungsdienst Twitter, die Kapitänin habe «genau das Richtige getan». Rackete habe das Seerecht eingehalten und die Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Die 31-Jährige hatte am Mittwoch trotz eines Verbots Italiens Kurs auf die italienischen Hoheitsgewässer genommen und Lampedusa angesteuert.

Auf Anweisung der Polizei musste das Schiff aber rund eine Seemeile vor dem Hafen stoppen. Rackete gab an, sie wisse, was sie riskiere und sei bereit, für ihre Entscheidungen ins Gefängnis zu gehen.

53 Menschen gerettet

Das Schiff hatte am 12. Juni insgesamt 53 Menschen vor der Küste Libyens von einem Schlauchboot gerettet. 13 von ihnen, darunter Frauen, Kranke und Kinder, waren in den vergangenen Tagen an Land gebracht worden.

Die Menschen an Bord sind laut Angaben der Hilfsorganisation völlig erschöpft und verunsichert. Nun sei man aber erleichtert, den Hafen erreicht zu haben. Die 40 Flüchtlinge, die 16 Tage lang an Bord des Rettungsschiffes «Sea-Watch 3» verbracht haben, sind auf Lampedusa gelandet. Sie wurden registriert und in ein Flüchtlingslager der süditalienischen Insel untergebracht.

Dies berichtete die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI am Samstag. Die Flüchtlinge stiegen in Fahrzeuge ein, die sie zum Flüchtlingslager brachten. Vor der Landung umarmten sie die Crewmitglieder des Rettungsschiffes der deutschen NGO Sea-Watch, mit denen sie 16 Tage lang an Bord verbrachten. An Bord des Schiffes ging die Polizei, die die «Sea-Watch 3» beschlagnahmte.

Politischer Streit um gerettete Migranten

Aktivisten von Menschenrechtsorganisationen feierten im Hafen von Lampedusa die Landung der Migranten. Eine Gruppe von Anrainern beschimpften die Crewmitglieder der “Sea-Watch 3”. Parlamentarier der oppositionellen Demokratischen Partei (PD) attackierten die italienische Regierung, die dem Rettungsschiff mehr als zwei Wochen verweigert hatten, in einen Hafen einzulaufen.

Noch unklar ist, was im Weiteren mit den Migranten geschieht. Fünf Länder – Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Finnland und Portugal – haben sich laut Angaben des italienischen Aussenministeriums bereit erklärt, jeweils ein paar der Migranten aufzunehmen.

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