Kontrolle verloren: BVB-Chef Erich Lager. (Bild: zVG)

Basel

Tritt BVB-Chef Erich Lagler jetzt zurück?

Erich Lagler hat das Talk-Interview vor einer Woche zugesagt. Nach Erhalt des GPK-Berichtes sagte die Medienstelle heute ab.

Die Absage kam heute um neun Uhr. Eine Stunde zuvor hatten die Basler Verkehrsbetriebe den BVB-Bericht der Basler Geschäftsprüfungskommission GPK erhalten. Telebasel kennt den Bericht: Er enthält happige Vorwürfe.

Dennoch klingt die Begründung für die Absage nicht schlüssig: Es sei nicht möglich, nur Stunden nach Erhalt des 34-seitigen Berichtes für Fragen zur Verfügung zu stehen. Denn: Man darf erwarten, dass der Chef die Schwachstellen seines Unternehmens kennt, und der Öffentlichkeit Antworten dazu geben kann.

Kontrolle verloren

Dass bei den BVB die grundlegenden Erfordernisse wanken, dies festzustellen bedurfte es keines GPK-Berichtes mehr. Es genügt ein oberflächlicher Blick auf die Schlagzeilen der letzten Monate. Ein Betrieb, der die Überstunden auf 37 «Mannjahre» anwachsen lässt, hat die Kontrolle über eines der Kernfelder der Geschäftstätigkeit verloren.

Ebenso, wenn ein Transportunternehmen mitteilt, dass in einem einzigen Monat 191 Dienste wegen Personalmangel ausfallen. Ebenso, wenn die Basler Öffentlichkeit seit Jahren zur Kenntnis nehmen muss, dass die Drämmler und Buschauffeure fünf Wochen pro Jahr krank geschrieben sind. Kein anderes Transportunternehmen im Land weist solche Zahlen aus.

Wartungsprobleme

Erich Lagler, seit Ende 2014 im Amt, hat daran nichts geändert oder ändern können. Dazu gesellt sich das Debakel, dass offenbar wegen Wartungsproblemen die Tramzüge auch neu verlegte Schienen zerstören. Die innerbetriebliche Unzufriedenheit, die seit Jahren durchsticht, nimmt sich neben den genannten Problemfeldern wie ein Nebeneffekt aus.

Aber dennoch will die BVB-Spitze offenbar Zeit und Ressourcen für Imagepflege der fragwürdigen Art aufwenden: Man kündigte eine Strafanzeige gegen die Basler Zeitung an, weil die einige Funksprüche abhörte und publizierte. Man fragt sich: Gäbe es nicht dringendere Aufgaben?

Nun hat sich Erich Lagler entschieden, ein Interview, auf das er sich eine Woche lang vorbereiten konnte, abzusagen. Möglicherweise weil der BVB-Chef nun darüber nachdenkt, ob es jetzt noch um die einzelnen Fragen geht. Oder nur noch um die letzte Frage: Ob er seinem – schwierigen! – Amt gewachsen ist.

Bereits drei Parteien fordern den Rücktritt Erich Laglers.

Mehr zum GPK-Bericht heute in den Telebasel News ab 18:30 Uhr. 

2 Kommentare

  1. Er soll gehen da ich genug habe von dem schlechten Service. Jeden Tag Verspätungen oder es kommt kein Tram und beim Umsteigen fährt der Bus weg.st. Jakob nach Muttenz fährt das Tram in 5kmh den Berg rauf und seid Jahren wird nur schlecht repariert aber Tamhäüschen werden abgerissen obwohl alles gut ist. Die Glashäüschen sind sowas von dumm wenn es regnet mann wird von Vorn und Hinten nass dh. kein Schutz in der Sommerzeit Backofen
    Die Säulen mit den Zeiten stehen im Dunkeln Nachts so ein Schwachsinn auch wie an der Solothurnerstr. Der ist ja total am falschen Platz Richtung Bruderholz.Report

  2. Wenn ich BVB-Chef wäre, würde ich mich schon nirgends mehr zeigen wollen. Jüngstes Beispiel: Mittwoch, Tropenhitze in Basel, ich muss abends Sprachkurs geben und möchte zuvor noch in der Stadt etwas erledigen. Ich kenne den Fahrplan “meines” Busses genau und bin sehr rechtzeitig an der Haltestelle. Mehr und mehr Menschen kommen, stehen herum, fächeln sich verzweifelt Luft zu, warten, warten… Nur um dann festzustellen, dass wieder einmal eine im Fahrplan angegebene Fahrt “weggefallen” ist und wir auf den nächsten Bus warten müssen. Entschuldigungen? Keine. Aber die Menschen akzeptieren es ja widerspruchslos, ja, ich werde noch blöd angemacht von einer Dame, weil ich, da im Hitze- und Zeitstress, etwas ausrufe vor Frust. Wie lange lassen wir Fahrgäste uns das Desaster eigentlich noch gefallen? Der Fisch stinkt vom Kopf – das BVB-Management ist komplett unfähig. Skandale produzieren konnten und können sie jedoch sehr gut.Report

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