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Der Telebasel News Beitrag vom 27. Juni 2019.

Baselland

Neues Kantonsspital in Pratteln statt Bruderholz und Liestal

Ärzteverbände fordern ein komplett neues Baselbieter Kantonsspital in Salina Raurica. In der Politik stösst die Idee auf Skepsis.

Aus zwei mach eins. Statt einem Hin und Her zwischen Liestal und dem Bruderholz soll das Baselbieter Kantonsspital am Standort in Salina Raurica entstehen. Hinter dieser Idee stecken die Ärzte-Gesellschaft Baselland und der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO). Der Standort Laufen wird bei dieser Neubau-Idee ausgeklammert. Dies berichtete die «bz Basel».

Neubau oder Sanierungen?

Bei der Gesundheitskommission des Landrats sind die Reaktionen auf diese Idee verhalten. Die geschätzten Kosten von 400 Millionen Franken sind ein Thema. «Ich glaube nicht, dass das Kantonsspital einen Neubau finanziell stemmen kann», sagt Kommissionspräsidentin Rahel Bänziger (Grüne) gegenüber Telebasel.

Einer der Köpfe hinter der Neubau-Idee ist Conrad Müller. Er ist hier andere Meinung. In den Augen des ehemaligen Kinderspital-Direktors ist es langfristig besser, diese Summe zu investieren, als etwa 500 Millionen zur Sanierung der Standorte Liestal und Bruderholz zu bezahlen. Zudem schlägt er vor, für dieses Projekt auch private Investoren ins Boot zu holen

Spital versus Industrie in Salina Raurica

Sven Inäbnit, Vizepräsident der Gesundheitskommission und FDP-Landrat, findet die Option Salina Raurica grundsätzlich interessant. Mit Liestal und Bruderholz könnten nach dem Wegzug interessante Areal freiwerden. Einen Haken bemerkt er dennoch: Dass gerade in einem Entwicklungsstandort für Industrie und Gewerbe ein Spital stehen soll, sieht er als problematisch. «Da stellt sich schon die Frage, ob man dort einen Gesundheits-Cluster hinstellen sollte», sagt Inäbnit. VSAO-Präsident Miodrag Savic sieht hingegen Chancen für Synergien zwischen Spital und Life-Sciences-Firmen, die sich in Salina Raurica ansiedeln könnten.

Ob man das wirtschaftliche Entwicklungsgebiet und ein neues Kantonsspital unter einen Hut kriegt – dazu äussert sich Gesundheits- und Wirtschaftsdirektor Thomas Weber noch zurückhaltend. Die Regierung werde sich die Strategievarianten des Kantonsspitals anschauen. Dort seien auch die Neubau-Ideen in Pratteln mitberücksichtigt. Im Herbst soll das Thema dann in den Landrat kommen. Die Regierung werde aber schon nächste Woche darüber orientieren, so Thomas Weber.

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