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Roche-Chef Severin Schwan verdiente im vergangenen Jahr 257 mal so viel wie die Mitarbeiter mit dem tiefsten Lohn. (Foto: Key)
Schweiz

Lohnschere öffnet sich weiter

Travail.Suisse hat zum 15. Mal die Entwicklung der Managerlöhne untersucht. In der Mehrheit der untersuchten Unternehmen die Lohnschere weiter.

Die Chefs gewähren sich satte Lohnerhöhungen, während bei den tiefen Einkommen Lohndruck, Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz zunehmen. Die angenommene Abzockerinitiative kann diesen Trend nicht stoppen, zu wenig griffig sind die umgesetzten Massnahmen in der Aktienrechtsrevision, wie travail.suisse in einer Medienmitteilung schreibt. Bereits zum fünfzehnten Mal in Folge hat Travail.Suisse die Schere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen in 26 Schweizer Unternehmen untersucht.

Im Vergleich mit den letzten Jahren fiel die Entwicklung der Managerlöhne 2018 durchzogen aus. Während sich die Entschädigungen bei den CEO auf dem Niveau des Vorjahres bewegten, legen die übrigen Mitglieder der Konzernleitungen durchschnittlich um satte 7 Prozent zu. Seit 2011 haben damit die Cheflöhne um 19 Prozent zugenommen, während sich die normalen Arbeitnehmenden im gleichen Zeitraum mit 4.3 Prozent mehr Lohn zufrieden geben mussten.

Reallohn-Verluste

In den letzten beiden Jahren mussten die Arbeitnehmenden der Schweiz bedingt durch die wieder anziehende Teuerung sogar Reallohnverluste hinnehmen. «Während bei den normalen Arbeitnehmenden auf die Lohnbremse getreten wird, scheint dies in der Chefetage nicht zu gelten», sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. Folglich öffne sich auch die Lohnschere munter weiter.

Wie die Managerlohnstudie zeigt, lag die durchschnittliche Lohnschere in den Unternehmen 2011 noch bei 1:45 und hat sich bis 2018 auf rund 1:51 geöffnet.

Travail Suisse macht nicht nur die grössten Unternehmen der Finanz- und Pharmabranche für diese Entwicklung verantwortlich. Sie lasse sich quer durch alle Branchen feststellen. Beispielhaft für die Öffnung der Lohnschere in den letzten Jahren stünden Helvetia mit CEO Philip Gmür (von 1:25 auf 1:37), Lonza mit Chef Richard Ridinger (von 1:40 auf 1:88) oder die restlichen Konzernleitungsmitglieder von
Valora (von 1:12 auf 1:28) oder SwissLife (von 1:35 auf 1:42).

Schwan ist Top-Verdiener

Am weitesten öffnet sich die Lohnschere bei der Roche. Mit 15,650 Mio.Franken verdiente CEO Severin Schwan (51) im letzten Jahr so viel wie kein anderer Schweizer Topmanager. Damit war sein Lohn 257 Mal höher als der des am schlechtesten verdienenden Angestellten.

An zweiter Stelle folgt die UBS. Dort beträgt das Verhältnis 1:252. An dritter Stelle dann die zweite Grossbank: Bei der CS beträgt das Verhältnis 1:226.

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