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Der Telebasel News Beitrag vom 21. Juni 2019.
Basel

Gummischrot im Historischen Museum

Vor über 30 Jahren wurde ein Basler Zeuge einer Demonstration. Heute sind seine Erinnerungen Teil der neuen Ausstellung im Historischen Museum Basel.

Es war ein grauer Tag für viele Basler. Am 21. Juni 1988 wurde die alte Stadtgärtnerei – ein soziales, künstlerisches und urbanistisches Experiment – gewaltsam geräumt. Polizeigrenadiere griffen durch. Rund um den Vorfall war es zu Demonstrationen gegen die Schliessung der Stadtgärtnerei gekommen.

Cedomir Aleksandric, im St. Johann-Quartier aufgewachsen, wurde ungewollt Augenzeuge der damaligen Ereignisse, wie er über 30 Jahre später gegenüber Telebasel erzählt. «Ich ging gerade meinem Nebenjob als Werbungsverteiler nach, als es plötzlich knallte», erinnert er sich. Er habe nicht gewusst, was da passiert und sei einfach los gerannt, so der heutige Turnlehrer. «Ich musste aber wieder zurück gehen, um die restliche Werbung zu verteilen». Denn: Seinen Nebenjob habe er auf gar keinen Fall verlieren wollen.

«Ich hatte diese Dinger noch nie gesehen»

Und da lagen sie am Boden: «Diese schwarzen Dinger, die ich noch nie gesehen hatte», so Aleksandric. Die Rede ist von Gummischrot-Geschossen. Er sammelte sie ein und lagerte sie im Keller.

Als er dann Jahre später von der geplanten Ausstellung des Historischen Museums Basel «Zeitsprünge – Basler Zeitgeschichte in Kürze» gehört habe, erinnerte er sich wieder an die Fundstücke. Er beschloss, dem Museum seine aufbewahrten Gummischrot-Geschosse zu schenken. Und so schafften die Sammelstücke es ins Museum und in die Ausstellung über 100’000 Jahre Basler Geschichte. «Ich bewahre generell gerne Dinge auf», sagt der Turnlehrer. Und: Er blicke nun gespannt auf die Eröffnung der Ausstellung an diesem Wochenende.

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