Tonja Zürcher. (Bild: Telebasel)

Basel

Telebasel-Community tobt wegen 30-Stunden-Woche

BastA!-Grossrätin Tonja Zürcher will die 30-Stunden-Woche für Staatsangestellte. Diese Idee stösst im Netz auf viel Gegenwehr.

Die BastA!-Grossrätin Tonja Zürcher hat am Mittwoch im grossen Rat eine Motion eingereicht, welche von der Regierung verlangt, die Arbeitszeit von Staatsangestellten von 42 auf 30 Stunden pro Woche zu senken. Und das bei gleichem Lohn. Der Vorschlag der Grossrätin stösst im Netz auf wenig Gegenliebe. Viele der Kommentierenden empfinden die Motion als realitätsfern und nicht umsetzbar.

«Wer soll das bezahlen?»

«Wie soll das gehen? Und wer soll das bezahlen?», so der Tenor der Kommentierenden auf der Telebasel Facebook-Seite. Die User befürchten, dass eine 30-Stunden-Woche für Staatsangestellte von den Steuerzahlern finanziert werden müsste.

Im gleichen Atemzug kritisieren einige auch, dass die reduzierte Arbeitszeit nur für Staatsangestellte eingeführt werden soll. «Weshalb nur für Staatsangestellte?», fragt sich ein Kommentierender auf Facebook. Wenn schon das Arbeits-Pensum, reduzieren, dann aber für alle findet die Telebasel-Community. Auch auf der Telebasel Webseite machten Leser ihre Meinung kund und fordern «für alle das gleiche Recht».

Sechs Stunden Arbeit am Tag

Das reduzierte Arbeitspensum für Staatsangestellte stösst also auf wenig Verständnis im Netz. Ein Telebasel-User rechnet vor, wie lange ein Arbeitstag einer 30-Stunden-Woche dauern würde.

Nur sechs Stunden Arbeit am Tag? Das wäre eine Priviligierung der Staatsangestellten, die groteske Züge annähme, findet ein anderer Telebasel-Leser. «Solche Sonderleistungen werden letztlich von den anderen Arbeitnehmer/innen mitbezahlt, indem der Kanton immer mehr Steuereinnahmen für seine Angestellten verwendet», führt der Leser sein Argument weiter aus.

Kleine Schritte wären besser

Andere User sind der Idee nicht komplett abgeneigt, finden aber, dass der Ansatz zu krass angesetzt wurde. Man solle lieber in kleinen Schritten voran gehen und zum Beispiel erst einmal eine 40-Stunden-Woche anstreben. Andere wiederum fänden eine Pensum-Reduktion nicht schlecht, finden aber, dass in diesem Fall der Lohn angepasst werden müsste.

Klares Umfrage-Ergebnis

Telebasel fragte seine Leser in einer Umfrage, ob sie für die Einführung der 30-Stunden-Woche seien. Das Resultat fiel eindeutig aus. Mit 68.5% Nein-Stimmen war die Mehrheit der Leser dagegen. Nur 24% der Abstimmenden waren für die Einführung einer reduzierten Arbeitswoche.

Mehr zur umstrittenen Motion: Im Talk vom 13. Juni 2019 streiten sich ab 18:40 Uhr BastA!-Co-Präsidentin Tonja Zürcher und FDP-Grossrat Luca Urgese über die 30-Stunden-Woche.

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