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Der Telebasel News Beitrag vom 13. Juni 2019.

Basel

Frauen werden auch in der Kunstwelt diskriminiert

Die Kunstszene hat ein Problem mit den Frauen. Ihre Kunstwerke werden auch heute noch unter ihrem Wert verkauft. Das beobachtet Kunstprofessorin Chus Martinez.

Kunst von Frauen, insbesondere die von Müttern, wird oft unter ihrem Wert verkauft. Das beobachtet die Leiterin vom Institut für Kunst an der Basler Hochschule für Gestaltung und Kunst, Chus Martinez. Dabei hätten die Frauen in der Kunstwelt mit genau denselben Vorurteilen und Diskriminierungen zu kämpfen, wie Frauen in der restlichen Gesellschaft.

«Wenn du ein paar Jahre nicht aktiv bist oder anders aktiv bist, beeinflusst das deinen Wert», beobachtet Chus Martinez.

Werke von Frauen nur halb so viel wert

Tatsächlich hat ein Forschungsteam um Roman Kräussl von der Luxembourg School of Finance in einer grossen Studie nachgewiesen: Auf dem internationalen Auktionsmarkt sind Werke von Frauen nur halb so viel wert wie die von Männern.

«Es ist die Wahrnehmung, ob die Frauenkunst eine Investition ist oder nicht. Dass die Kunstwerke von Frauen eher weniger als Investition wahrgenommen werden, liegt daran, dass sich die Sammler fragen müssen, ob die Frauen in den Museen präsent sind. Wenn sie weniger präsent sind, dann kaufen die Sammler vielleicht auch weniger Frauenkunst. Wenn sie weniger Kunst von Frauen kaufen, dann ist die Nachfrage niedriger. Bei niedrigerer Nachfrage sinkt auch der Preis», so Martinez.

«Der Preis ist eine kollektive Entscheidung»

Galeristen könnten ihrer Meinung nach diese Missverhältnisse beeinflussen. «Das, was Sammlungen und Ausstellungen machen, ist eine riesige Säule. So können Frauen wahrgenommen werden. Der Preis hat nicht nur damit zu tun, was Galleristen entscheiden, sondern es ist eine kollektive Entscheidung. Wenn wir in unserer Gesellschaft Frauenkünstler lieben und denken, es gibt überhaupt keinen Unterschied, dann wird der Markt auch reagieren und die Preise werden sich anpassen. Aber wenn wir denken, die Investition liegt woanders, dann nicht».

Dennoch ist Martinez davon überzeugt, dass die Kunstszene sich immer mehr diesem Problem annimmt und darauf sensibilisiert ist. So sei an der Art Basel die Präsenz von Frauen relativ hoch.

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