Woher der Wolf stammt, ist laut Behördenangaben nicht bekannt. (Symbolbild: Keystone)

Schweiz

Wildhüter muss schwerverletzten Wolf erlegen

Auf dem Julierpass ist in der Nacht auf Sonntag ein Wolf von einem Auto erfasst worden. Das schwer verletzte Tier musste von einem Wildhüter erlegt werden.

Der Zusammenstoss zwischen Wildtier und Auto ereignete sich im Gebiet Alp Sur Gonda, wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei am Mittwoch mitteilte. Die Kollision sei umgehend gemeldet worden.

Woher der Wolf stammt, ist laut Behördenangaben nicht bekannt. Der Kadaver wird zur weiteren Untersuchung, namentlich zur genetischen Analyse, dem pathologischen Institut der Universität Bern übergeben.

Der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint sagte auf Anfrage, der getötete Wolf sei ein weibliches Tier. Es sei vermutlich etwa zweijährig. Die genetischen Untersuchungsergebnisse zur genauen Bestimmung der Wölfin sollen in etwa fünf bis sechs Wochen vorliegen. Aktuell wird der Wolfbestand im Graubünden auf etwa 20 Tiere geschätzt.

Zweiter tödlicher Unfall

Beim Unfall auf dem Julierpass handelt es sich um den zweiten in diesem Jahr in Graubünden zwischen einem Auto und einem Wolf. Im Februar wurde ein junger Wolf bei Flims von einem Auto überfahren. Ganz in der Nähe war ein Jahr zuvor ein junger Wolf von einem Zug der Rhätischen Bahn erfasst und getötet worden.

Unfälle mit Wildtieren sind vor allem im Gebirgskanton Graubünden sehr häufig. Die Statistik der Kantonspolizei weist für 2018 insgesamt 874 Unfälle mit Tieren aus. 865 Tiere davon waren Wildtiere, neun Haustiere.

Wölfe machen generell ab und zu schlechte Erfahrungen mit Anlagen der Zivilisation. Im Juni 2013 wurde im Tessin ein Jungwolf des Calandarudels von einem Zug überfahren. Ebenfalls von einem Zug angefahren und getötet wurde im Juni 2014 ein Jungwolf des Calandarudels in Schlieren ZH.

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