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Basel

Diese Kunst ist während der Art für alle gratis

Kostenlos Kunst bestaunen während der Art Basel? Mit dem Art Parcours ist das möglich. Ich nehme Sie hier mit auf einen Spaziergang durch zeitgenössische Kunst.

Die ganze Art-Woche hindurch öffentlich und kostenlos zugänglich ist der Art Parcours, der 2019 zum zehnten Mal stattfindet. Zum vierten Mal kuratiert wurde er von Samuel Leuenberger, dem Gründer und Leiter des Ausstellungsraums Salt in Birsfelden, der als lokal verankerter Kurator ein gutes Gespür für das Setting der Kunst im mehr oder weniger öffentlichen Raum beweist.

Das Besondere an diesem Parcours ist nämlich, dass er rund um das Basler Münster zeitgenössische Kunst in Räumen und Umgebungen platziert, die normalerweise zum Teil nicht öffentlich zugänglich sind. Blaue Tafeln zeigen an, wo sich die Werke befinden. Also: Augen auf und einfach den blauen Schildern folgen!

Bunte Treppe und Cachaça

Bei kühl-nassem Wetter machte ich mich am Dienstag auf in den Art Parcours. Begonnen habe ich meine Kunst-Reise beim Theaterplatz. Die farbige Treppe («Study for Stairs for A Theater», 2019 von Caitlin Keogh) stach sofort ins Auge und bildete einen bunten Kontrast zum grauen Himmel über Basel. Aufgrund des eher bescheidenen Wetters waren kaum Leute vor Ort. Die Installation auf der Treppe zieht das Bild – im wahrsten Sinne des Wortes – auseinander. Besucher können durch das Gemälde wandern und Teil davon werden. Keoghs Kunstwerke stellen Ausschnitte  natürlicher Motive und weiblicher Körper dar.

Nächster Stopp war dann für mich beim Historischen Museum Basel. Ein beeindruckendes Kunstwerk steht da mitten in der Barfüsserkirche. Der brasilianische Künstler Antonio Obá liess sich für «Malungo» (2015 – 2019) von den barocken Kirchen in Minas Gerais in Brasilien inspirieren. Auffallend ist der Kontrast zwischen den golden-glänzenden Wänden und der matt-schwarzen Holzkohle am Boden. In der Mitte des Altars steht ein mit Cachaça gefüllter Kelch. Na dann, zum Wohl!

«Ich mache den Parcours jedes Jahr»

Mitten auf dem grossen Münsterplatz steht die Installation «Dancing Circles» (2018) vom US-Amerikaner Dan Graham. Das Pavillon aus Glas und Stahl reflektiert die Umgebung und lädt die Betrachter ein, das Werk zu betreten. So entsteht ein geschichtetes Seherlebnis. Das Werk ist besonders für Kinder ein Magnet. Neugierig erkunden die Kleinen die tanzenden Kreise.

Gleich nebenan findet sich das Kunstwerk «OCPD» (2018) von Camille Henrot. Die grosse in grünlichen Tönen bemalte Bronzeskulptur passt sich wunderbar in die Umgebung ein – die Bäume rundherum bilden einen schönen Rahmen dazu.

Beim Münsterplatz traf ich auch auf eine kunstinteressierte Baslerin. «Ich mache den Art Parcours jedes Jahr», erzählt sie. Am besten habe ihr bisher die Lichtinstallation «Diamond» von Germaine Kruip gefallen. Diese ist im Kunstmuseum im Vortragssaal zu bestaunen. «Da möchte ich nochmals hin – mit meiner Tochter», sagt die Baslerin. Auch die Kunstwerke beim Münsterplatz gefallen ihr gut: «Wenn sie draussen sind und hinpassen, finde ich das immer ganz toll». Und schon geht es für die Frau weiter auf dem Kunst-Parcours.

Geisterhafte Atmosphäre im Museum der Kulturen

Von der Kälte in die Wärme: Unzählige Treppenstufen hinauf und Gänge entlang durch das Museum der Kulturen führten mich schliesslich zur Installation «Tincti» (2019) von Reto Pulfer. Dort erwartete mich eine fast schon geisterhafte Atmosphäre. Die stickige Luft tat ihr Übriges. Von Decken und Wänden hängen verschiedene gefärbte Stoffe. Steine, Schnüre und sonstige Objekte sind ebenfalls vorzufinden. Durch die mit Tüchern behangenen Fenster fällt wenig Licht in den Raum, was die gespenstische Atmosphäre unterstreicht.

«Die Kunst ist überall in die Stadt integriert»

Auf zum nächsten Kunstwerk dachte ich mir nach der etwas unheimlichen Einlage. Und schon ging es weiter für mich zur Alten Universität. Auf der Terrasse erfuhr ich von einer sehr freundlichen Art Basel-Hostess, dass dort jeweils täglich um 18:30 Uhr eine Performance von der Künstlerin Irena Haiduk zu sehen ist.

Leider war ich doch einige Stunden zu früh da. So ging es nicht nur mir, sondern auch Martha aus Chicago, USA. Die Touristin besucht zurzeit ihre Verwandten in Basel. Diese haben ihr geraten, beim Sightseeing auch gleich den Art Parcours zu besuchen. «Es ist sehr beeindruckend, dass Basel allen Leuten diese Art von Ausstellung bietet», so Martha. Gerade für einen Touristen sei dies ein grosses Vergnügen. «Die Kunst ist überall in die Stadt integriert – das gefällt mir sehr.» Mit ihrer Nichte besuchte die US-Amerikanerin die bunte Treppe beim Theaterplatz. «Man kann tatsächlich Teil des Kunstwerks sein», zeigte sich Martha begeistert und zeigte mir sogleich ein Foto ihrer Nichte auf der Treppe inmitten des Werks.

Beim der Installation «You Have Left The American Sector» (2011) von Ron Terada bei der Schifflände/Mittleren Brücke schloss ich schliesslich meinen Spaziergang durch den Art Parcours ab.

Der Art Parcours bietet eine tolle Alternative für all diejenigen, die sich den Eintritt in die Art Basel nicht leisten können oder wollen. Gleichzeitig kann der Parcours mit einem gemütlichen Spaziergang durch die Basler Innenstadt verbunden werden. Alle Kunstwerke sind gemütlich zu Fuss erreichbar.

Good to know:

  • Öffnungszeiten:
    • Montag, 10. Juni: 13 bis 21 Uhr
    • Dienstag, 11. Juni bis Freitag, 14. Juni: 10 bis 20 Uhr
    • Samstag, 15. Juni: 10 bis 22 Uhr
    • Sonntag, 16. Juni: 10 bis 19 Uhr
  • Kostenlos und öffentlich zugänglich.
  • Öffentliche Führungen in Deutsch und Englisch finden von Donnerstag bis Sonntag täglich um 14:30 Uhr statt.
  • Unten bei den Downloads finden Sie die Übersichtskarte des Art Parcours.

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Zum Herunterladen:
Art Parcours 2019

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