In Basel wolle man wieder Spektakel. Offensivfussball, der die Herzen der Fans höher schlagen lässt. Marcel Koller legte seine Prioritäten aber erstmals auf die Defensive. (Bild: Keystone)

Basel

Deshalb wäre die Trennung von Koller richtig

Der grosse Knall bei Rotblau soll bevorstehen: Hier sind die Gründe, die für eine Trennung von Marcel Koller sprechen.

Entscheidungen

Zu Beginn seiner Amtszeit setzte Marcel Koller oft auf eine ähnliche Startformation. Im wichtigen Spiel, auswärts gegen Apollon Limassol, wirft er diese Formation aber über den Haufen und stellt um. Ricky van Wolfswinkel spielte plötzlich als einzige Spitze, Albian Ajeti musste auf der Bank Platz nehmen und Samuele Campo spielte auf dem Flügel. Einen Versuch, der zumindest im Nachhinein fragwürdig erscheint. Denn der FCB verlor mit 0:1 und ist damit erstmals seit 15 Jahren in keinem europäischen Wettbewerb vertreten.

Das Gleiche spielte sich auch bei der Blamage gegen YB ab. Plötzlich stand Afimico Pululu hinter Ajeti in der Startaufstellung. Luca Zuffi nahm vorerst auf der Ersatzbank Platz. Eine Aufstellung, die man so zuvor noch nie gesehen hat. Am Ende verlor der FCB mit 1:7.

Beziehungen

Vor der Winterpause berichtete der «Blick» von einer Spielerrevolte beim FCB. Sie sollen sich sogar beim Präsidenten Bernhard Burgener über Marcel Koller beschwert haben. Aus gutem Grund? Das weiss man nicht genau. Fakt ist aber: Die Beziehung zwischen Trainer und Spielern, aber auch zwischen Führung und Trainer, hat darunter gelitten.

Wie gross ist die Kluft zwischen Spielern und Marcel Koller geworden? Hat der Trainer die Spieler noch voll im Griff? Diese Fragen beantwortete Marcel Koller, indem er hart durchgriff. Ob das der richtige Weg ist, um das Beste in den Spielern herauszuholen, sei mal dahin gestellt. Im sehr breiten Kader lanciert Marcel Koller den Konkurrenzkampf mit vielen Umstellungen, aber ein wirklich guter Teamgeist kam so nie auf. Zu keinem Zeitpunkt fand Marcel Koller seine elf Stammspieler.

Philosophie

Was bei Noah Okafor sehr gut geklappt hat, sieht bei anderen Spielern ganz anders aus. So war Albian Ajeti (der Torschützenkönig der letzten Saison) in der Rückrunde nur noch zweite Wahl hinter Ricky van Wolfswinkel. Der Schweizer Natistürmer konnte sich unter Marcel Koller nicht wirklich entwickeln, obwohl er in der verkorksten Vorrunde eher zu den auffälligeren Spielern gehörte.

Auch Eray Cömert musste oftmals auf der Bank Platz nehmen. Er hatte in der Winterpause mit einer Schulterverletzung zu kämpfen und musste danach lange auf sein Comeback warten. Die Vorgaben der Führung (junge und eigene Spieler zu integrieren) schien Marcel Koller nicht sonderlich zu priorisieren.

Attraktivität

In Basel wolle man wieder Spektakel. Offensivfussball, der die Herzen der Fans höher schlagen lässt. Marcel Koller legte seine Prioritäten aber erstmals auf die Defensive. Die guten Resultate und Statistiken der Rückrunde gaben ihm zwar Recht, ein unterhaltsames Fussballspiel sieht aber anders aus.

Zwar betonte der Zürcher, dass er hinter dem Projekt der Basler Führung stehe, wirkliche Euphorie versprühte er dabei aber nicht. Nach dem hektischen Saisonstart und dem damit verbundenen Trainerwechsel tat dem FCB die Ruhe gut, die Marcel Koller ausstrahlt. Heute dürfte es aber wieder mehr Emotionen geben – auch neben dem Platz.

Vielleicht war Marcel Koller eine gute Übergangslösung, um Ruhe, Disziplin und Stabilität zurückzubringen. Nun könnte der nächste Trainer die Entwicklungen vorantreiben, der voll und ganz hinter den Interessen der Führung steht. Einer, der weiss, wie man Spieler und Fans begeistern kann.

4 Kommentare

  1. Ja, was soll man da sagen. Die Worte fehlen…..Da denktst Du, der Klub kriegt langsam die Kurve, zwar nicht spektakulär, dafür langsam und stetig. Denkste…. Wer immer dafür verantwortlich ist, für Unterhaltung ist ge-sorgt. Nicht zum Besten des Klubs. Aber immerhin, man spricht über den FCB. Erfog haben, die Fans mit ins Boot holen? Fehlanzeige. Zuviele Interessen, zuviel blabla ….. Es kann nur besser werden. Aber wie? Grosses Fragezei-chen.Report

  2. Endlich ist einer gekommen, Ruhe ist eingekehrt, eine absolut akzeptable Rückrunde hingelegt und mit dem Cup die vermurkste Saison doch irgendwie gerettet. Das ist offenbar kein Leistungsausweis… Ich sehe schwarz für diesen FCB, aber das sehe ich seit uns Burgeners Visage als Präsi vorgehalten wird.Report

  3. Ich zweifle am ganzen Vorstand, ich zweifle an dem Teil der Vereinsmitglieder, die dafür.verantwortlich sind, solch eine Leitung am Ruder wursteln zu lassen.
    Ich bin traurig. Im normalem Arbeitsmarkt wirst du sofort raus geschmisden. Aber beim FCB kleben solche Personen richtig fest. Wer ist der Gönner?Report

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