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Der Telebasel News Beitrag vom 12. Juni 2019.

Basel

30-Stunden-Woche für Staatsangestellte

BastA!-Grossrätin Tonja Zürcher will die wöchentliche Arbeitszeit für Staatsangestellte auf 30 Stunden pro Woche beschränken. Der Preis wäre allerdings hoch.

«Es geht darum, dass wir aus der Teilzeitfalle herauskommen, in der vor allem Frauen stecken, die kleine Pensen arbeiten», sagt Tonja Zürcher zu ihrem neuem Vorstoss. Am Mittwoch hat die BastA!-Grossrätin eine Motion eingereicht und verlangt von der Regierung, die Arbeitszeit von Staatsangestellten von 42 auf 30 Stunden pro Woche zu senken. Und das bei gleichem Lohn.

«Frauen haben weniger Lohn und Pensionskassen und landen dann in der Altersarmut. Aber sie haben auch weniger Karrierechancen. Anstatt alle Leute in die Teilzeit zu schicken, haben wir gedacht, wir senken den Plafond und senken die gesamte Arbeitszeit für alle auf 30 Stunden», so Zürcher.

Ökonomen kritisch

Conny Wunsch ist Professorin für Arbeitsökonomie an der Universität Basel. Sie glaubt nicht, dass dieser Vorschlag so einfach umsetzbar wäre. «Das Problem bei dem Vorschlag ist, dass verlangt wird, dass ein vollständiger Lohnausgleich erfolgt.» Das würde bedeuten, dass jemand, der jetzt 42 Stunden pro Woche arbeitet, und dann auf 30 Stunden reduziert, den genau gleichen Lohn erhält. «Das bedeutet, dass der Stundenlohn massiv steigen würde. Die Frage ist dann, wer das finanziert», so Wunsch.

Auch im Parlament sorgt der Vorstoss für grosse Fragezeichen. «Nicht umsetzbar», so der Tenor auf bürgerlicher Seite. «Es muss entweder ein verspäteter 1.-April-Scherz sein oder es ist nur noch Wahlkampf», findet SVP-Grossrat Joël Thüring. «Es ist völlig absurd. Man könnte auch fordern, dass die Staatsangestellten gar nicht mehr arbeiten müssen.»

Linke unentschlossen

Entscheidend wird sein, wie sich die anderen linken Parteien zur 30-Stunden-Woche positionieren. Die SP, grösste Partei im Grossen Rat, muss noch diskutieren, wie sie dazu steht. Aber ihr Präsident Pascal Pfister findet die Idee grundsätzlich gut.

«Ich persönlich finde es sympathisch, dass man die Arbeitszeit reduziert. Da gibt es verschiedene Gründe, das ist eine lange Diskussion. Ob das beim Staatspersonal als Vorreiterrolle der richtige Ort ist, muss man diskutieren.»

Steuererhöhung nötig

Jetzt muss das Parlament entscheiden, ob der Gesetzesentwurf an die Regierung überwiesen wird. Klar ist aber sowohl für Tonja Zürcher wie auch für die Ökonomin Conny Wunsch: Ohne Steuererhöhung ist die 30-Stunden-Woche für Staatsangestellte nicht möglich.

5 Kommentare

  1. Was, nur auf 30 Stunden reduzieren? Das ist asozial! Warum nicht zumindest auf 21 Stunden? Oder noch besser auf 8,4 Stunden bei 100 % des Lohnes einer bisherigen Vollzeitstelle. Denn erst damit hätten dann endlich (fast) alle Teilzeitangestellten eine 100 %-Stelle mit vollem Lohn! So könnten 5x mehr Staatsstellen geschaffen werden für Regierungsrät*innen, Professor*innen, Lehrer*innen, Verwaltungsangestellte, Sozialarbeiter*innen, Stadtgärtner*- und Strassenwischer*innen etc., die doch noch so gerne würden aus aller Welt nach Basel arbeiten kommen wollen. Davon könnten die Stadt und all ihre Bewohner*innen nur profitieren! Die Arbeitslos*innenzahlen würden sink*innen und die dafür nötigen geringfügigen Steuererhöhungen würden alle, die hier wohnen (Privat*innen & Firm*innen) im Gegenzug gerne bezahlen. Denn dafür dürfen sie ja immerhin in dieser, ach – noch – so schönen Stadt wohnen bzw. ihre*n Sitz*in haben!!Report

  2. Anscheinend ist dieser Dame einwenig zu heiss in ihrem Hirn anders kann ich mir das nicht vorstellen 👎und so wie aussieht hat Sie noch nie richtig gearbeitet,aber gross abkassieren jeden Monat das will Sie 👎👎Report

  3. Aber sonst geht’s noch gut ?!? 🤪 Das Staatspersonal soll für den gleichen Lohn nur noch 70% arbeiten und der Steuerzahler soll das auch noch mitfinanzieren. Wenn schon, dann für Alle das gleiche Recht. Schließlich leben wir ja in einem Rechtsstaat, oder!?! Es zeichnet sich immer mehr eine Richtung ab, die vergleichbar mit gewissen Zukunftsvisionen im Fernsehen ist. Es soll sich scheinbar immer mehr eine kleine Oberschicht bilden, die dann die große Unterschicht dadurch kontrolliert. Zumindest kommt es einem langsam so vor. Aber nichts desto trotz, was bitteschön sollte das am Ende bringen????🤔Report

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