Auf dem Bruderholz wird die erste Eisspeicherheizung in einem Mehrfamilienhaus eingebaut. (Symbolbild: Keystone)

Basel

Erste Eisspeicherheizung auf dem Bruderholz eingebaut

Ein Mehrfamilienhaus auf dem Bruderholz wird seit neustem mit einer Eisspeicherheizung beheizt. Das System sei äusserst wirkungsvoll.

In einem Tank in der Tiefgarage werden rund 76 000 Liter Wasser gelagert. Wenn das Wasser durch Wärmeentzug zu kristallisieren beginnt, gibt es sehr viel Energie ab. «Die Umwandlung von 100 Liter Wasser zu Eis ist, wie es von null auf 80 Grad zu erwärmen», meint Urs Schnellmann gegenüber der «BaZ». Physikalisch nennt man dieses Phänomen Kristallisationswärme, welche die Nutzung in der Heizungstechnik zu verwenden.

Alternative Heiz-Wege

Die Eisspeicherheizung könne aber nur an etwa 30 Tage im Jahr, an welchen die Lufttemperatur unter den Gefrierpunkt falle, benutzt werden. Den Rest des Jahres würde die Energie vom Dach entnommen. Doch es würden keine Photovoltaikanlagen benutzt, sondern hochsensible Wärmeabsorber. Das seien eine Art Radiatoren, durch welche kaltes, frostsicheres Wasser fliesse und durch die Lufttemperatur erwärmt wird.

Die eingesammelte Wärme fliesse in die Energiezentrale des Hauses und würde von dort aus in die Liegenschaften verteilt. Im Falle, dass es nicht warm genug wäre, wird automatisch der Eisspeicher eingeschaltet. Da die Wohnungen mit Radiatoren beheizt werden, würde die Energienutzung von dort geholt, wo es am meisten habe.

Innovationen und ihre Kosten

Genaue Kosten wollte Martin Omlin, Besitzer der Heizungsfirma Omlin, nicht verraten. Es brauche Mut und Engagement, etwas neues zu versuchen, so Omlin. Ihm gehe es jedoch um den technischen Fortschritt und den Beitrag zu mehr Energieeffizienz und CO2-freiem Heizen. Urs Schnellmann betont, dass aus einem Kilowatt für die Nutzung am Ende 4,5 Kilowatt Energie entstehen.

Zudem seien die Heizkosten pro Liegenschaft mit 25 Franken pro Monat sehr günstig. Da die Stadt Basel den Klimanotstand ausgerufen hat, wolle Omlin nun handeln. Er sei mit der Eisspeicherheizung der Zeit voraus. Er setzte sich für technische Innovation statt Gesetze ein. Doch diese spezielle Heizung seie nur für grosse Anlagen nützlich. Erdsondenheizungen und Luft-Wasser-Wärmepumpen seien nicht überall erlaubt oder ideal.

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