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Basel

Darum wäre die Entlassung Kollers ein Fehler

Der FCB kommt nicht zur Ruhe. Marcel Koller soll gehen, Patrick Rahmen schon in den Startlöchern stehen. Die Gründe, weshalb das die falsche Entscheidung wäre.

«Es muss ein Trainer mit einer gewissen Erfahrung kommen.» Marco Strellers Worte nach der Entlassung von Raphael Wicky waren unmissverständlich. Der Sportchef hielt Wort und hatte Recht: Mit Marcel Koller kam ein erfahrener Trainer, der den FCB zurück auf die Erfolgsspur brachte. Doch nach nur einem Jahr, scheint es, als wirft der FCB alles wieder über einen Haufen.

Der Erfolg

42 Punkte. Die drittbeste FCB-Rückrunde in der Super League-Ära. Was hätte Marcel Koller denn sonst noch tun müssen? In der Winterpause konnte er endlich seine Spielidee einbringen und erzielte darauf die gewünschten Resultate. Im Schnitt erzielte Kollers Equipe 2,2 Punkte pro Spiel. Das ist sogar ein Hauch mehr als unter dem viel umjubelten Urs Fischer, der 2,19 Punkte erzielte.

Die Herkulesaufgabe

Das Wort «Gurkenteam» wurde im Zusammenhang mit dem FCB auch schon seltener benutzt als in der vergangenen Spielzeit. Während der Vergleich mit dem Kürbisgewächs wohl etwas weit hergeholt ist, so war Kollers Situation bei Amtsantritt alles andere als rosig. Das Team stand nach einer komplett verkorksten Vorbereitung auf wackligen Beinen, der Saisonstart mit Wicky und Interimstrainer Frei an der Seitenlinie fiel komplett ins Wasser. Marcel Koller rettete den FC Basel wieder ans Ufer. Doch anstatt, dass Rotblau darauf aufbaut, schickt die Führung Koller bereits wieder tauchen.

Das Risiko

Marco Streller hat Nerven. Das muss man dem FCB-Sportchef lassen. Denn: Geht die erneute Neuausrichtung schief, dann kann auch der ehemalige Publikumsliebling den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen.

Zunächst beziehen sich die Kosten nicht auf Strellers Kopf, sondern Burgeners Portemonnaie. Der FCB wird Marcel Koller eine hübsche Summe überweisen, obwohl er nicht mehr im Joggeli an der Seitenline steht. Wie das mit den Sparplänen des Präsidenten vereinbar ist, fragt sich wohl nicht nur Marek Suchy. Denn es muss ja auch noch ein neuer Trainer bezahlt werden. Mit Patrick Rahmen bekommt Marco Streller jetzt wahrscheinlich seinen Wunschkandidaten. Einen Kandidaten, der schon 2017 in der engeren Auswahl stand. Aber begeht Streller damit nicht einfach nochmals denselben Fehler wie vor zwei Jahren?

Die Sturheit

Denn was die FCB-Führung veranstaltet, grenzt beinahe an unbelehrbare Sturheit. Die Idee ist nobel: Dem FCB soll wieder mehr regionale DNA eingeimpft werden. Doch was effektiv geschieht, ist eher ein «Verbaslern». Das Wichtigste ist der Erfolg. Wenn dieser mit einem Zürcher an der Seitenlinie kommt, dann ist das den Fans immer noch lieber, als wenn gescheiterte Ex-Bundesliga-Profis aus der Region auf dem Platz stehen, die kein Bein vors andere bringen. Die Führung hält am Konzept fest. Das ist ok, aber sie muss mit den Konsequenzen leben, wenn es definitiv den Rhein runter geht.

Der Lernwille

Marcel Koller hingegen hat bewiesen, dass er sich weiterentwickeln kann. Er hat sich die Spielerrevolte im Herbst zu Herzen genommen, er hat zugehört, als ihm hinter den Kulissen eingetrichtert wurde, er solle mehr auf die Jungen setzen.

Das Resultat? Cömert und Okafor erhielten beide ein Nati-Aufgebot. Der Marktwert des Letzteren schoss mehr als 400 Prozent in die Höhe. Dass nicht noch mehr Jungtalente auf dem Platz standen, geht nicht nur auf das Konto von Marcel Koller. Das liegt auch an der Jugendabteilung, dem viel zu grossen Kader und der Krisensituation.

Der Erfolg gibt Marcel Koller recht. Er könnte das Kapitel FCB erhobenen Hauptes und mit noch mehr Erfahrung im Gepäck abschliessen. Er wird höchstens müde lächeln, wenn es beim FC Basel schon bald wieder turbulent zu und hergeht.

Ab Mittwoch finden Sie auf telebasel.ch die Argumente, weshalb die Entlassung Kollers der richtige Entscheid wäre. 

6 Kommentare

  1. Also wenn dieser Taugenichts überhebliche nichts verstehende Streller denn Herr Koller entlässt dann möchte ich sofort die Hälfte von meiner Saison Karte zurück und das sind Nur570:2 285.00 plus noch einen Anteil an meine Nerven Herr Streller und BurgnerReport

  2. 1. Wenn wir die ganze Situation betrachten, ist die Aussage Burgener darf bleiben total falsch. Burgener ist nicht nur Präsident, sonder auch der Besitzer dieses Vereins.
    2. Streller bleibt, weil Burgener sein Gesicht nicht verlieren will und weil kein fussballerisches Fachwissen des Präsidenten vorhanden ist.
    3. Die Muttenzerkurve kann das nicht glauben?
    Für mich hat nur ein kleiner Teil dieser Gruppierung das Recht Forderungen zu stellen. Die Anderen (Chaoten, Hooligans etc.) schaden dem Namen des Vereins gleichermassen wie die Vereinsführung.
    4. Grundsätzlich muss man feststellen: Charakter hat man. Mit viel Geld kann man dies nicht kaufen.
    5. Meine Frage: Warum diskutiert man um den Kaisers Bart. Die Verantwortlichen merken es erst wenn der
    Zug schon abgefahren ist und die Leichen auf den Geleisen liegen.Report

  3. Bitte behaltet Koler.
    Marco mach doch nicht alles kaputt.
    Er hat sein Herz am richtigen platz.
    Koler muss gehe und Burgener darf bleiben.
    Was soll nun aus dem fcb werden, die Muttenzerkurfe kann das nicht glauben.
    Jeder anfang ist schwer.
    Ich bin für KolerReport

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