Bald ein Bild der Vergangenheit? Grüne Politiker wollen in Basel das Feuerwerk verbieten. (Bild: Keystone)

Basel

Basler Grüne wollen Feuerwerk abschaffen

Grüne Politiker machen nach dem Ausruf des Klimanotstands in Basel ernst: Sie wollen die beiden grossen Feuerwerke verbieten. Die Bürgerlichen schiessen zurück.

Es wäre eine einschneidende Massnahme infolge des in Basel ausgerufenen Klimanotstands: Politiker der Basler Grünen liebäugeln mit einem Verbot der beiden grossen Feuerwerke auf dem Rhein. Sowohl das Spektakel zum Nationalfeiertag wie auch jenes an Silvester stehen für sie zur Diskussion. Das berichtet die «Schweiz am Wochenende». Als Vorbild gilt die deutsche Grenzstadt Konstanz, wo man wegen des Klimanotstands künftig auf das Feuerwerk am jährlich stattfindenden Seenachtsfest verzichten will.

Grünen-Grossrat Thomas Grossenbacher sagt gegenüber der Zeitung, dass er «sicher ein Verbot privater Feuerwerke» in die Fraktion einbringen werde. Die beiden grossen Feiertags-Feuerwerke sollen «zur Diskussion gestellt werden». «Gerade jetzt, wo der Klimanotstand ausgerufen wurde, müssen wir konsequenter und klarer vorgehen», so Grossenbacher.

Ins selbe Horn bläst Parteikollege Jérôme Thiriet, der sich ein Verbot «durchaus vorstellen könnte». Das eingesparte Geld könnte man in mehr lokale Bands und Kultur während der Feier investieren. Um das Klima zu retten, müsse man mittlerweile drastische Massnahmen ergreifen, sagt Thiriet.

«Absolut lächerlich»

Von den Verbots-Plänen halten Vertreter der Basler Bürgerlichen gar nichts. LDP-Grossrat André Auderset ruft in der «Schweiz am Wochenende» aus, dass «ein Verbot absolut lächerlich wäre». Das Vergnügen eines Feuerwerks solle man den Leuten gönnen, so Auderset. Auch für die LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein ist ein Verbot keine Option. Die Forderung nach einem Verbot von privaten Feuerwerken kann sie am wenigsten nachvollziehen. «Wenn die Leute Freude daran haben, in ihrem Garten Feuerwerke zu zünden, dann sollten wir ihnen diese Möglichkeit lassen.» Alles andere sei übertrieben.

Andere Massnahmen seien wichtiger, zum Beispiel die Mobilität: «Die Leute sollten öfters auf das Auto verzichten und stattdessen den Zug benutzen», so von Falkenstein. Auch Auderset ist der Meinung, dass die Immissionen von Feuerwerken «ein Fliegenschiss im Vergleich zum Grossen und Ganzen» seien.

Recherchen der Zeitung zeigen, dass Feuerwerk die Umwelt durchaus belastet. Beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern entstehen rund 320 Tonnen Feinstaub jährlich, wie das Bundesamt für Umwelt ermittelte. Das entspreche rund zwei Prozent der jährlichen Feinstaub-Gesamtbelastung.

Keine Unterstützung vom Präsidialdepartement

Das Präsidialdepartement – notabene mit der grünen Vorsteherin Elisabeth Ackermann – zeigt sich für das Anliegen der Grünen nicht wirklich offen. Sprecherin Sabine Horvath erklärt gegenüber der «Schweiz am Wochenende», dass «über 100’000 Menschen von den Feuerwerken begeistert sind». Sie weist aber auch darauf hin, dass die Belastung durch Feuerwerk unbestritten sei und es deshalb immer wieder eine Abwägung zwischen der Tradition und dem öffentlichen Interesse an den Feuerwerken und der Feinstaub-Thematik brauche.

Ob die Forderung der Grünen zum lauten Knall in der Basler Politik führt, oder ob alles bloss Schall und Rauch bleibt, werden die kommenden Wochen zeigen. Die Diskussion ist auf jeden Fall entfacht.

3 Kommentare

  1. Wieso wird eigentlich immer wieder Klima mit Feinstaub in einen Topf geworfen? Etwas fürs Klima tun zu wollen in allen ehren, aber da bringt das Einsparen der Großfeuerwerke absolut nichts.
    Die Frage der Abstimmung, ob man also etwas fürs Klima tun möchte oder an der Tradition des Feuerwerks festhalten möchte, macht absolut keinen Sinn.
    Und nur mal so am Rande, Feinstaub ist auch nicht gleich Feinstaub. Abgase kann man nicht mit Schwarzpulver Rückständen vergleichen. Ersteres ist deutlich schädlicher. Und den Feinstaub der in 200 Metern Höhe freigesetzt wird, und der dann circa 20 Minuten, je nach Wind in der Luft ist, den muss dann auch erstmal einer abbekommen.
    Feuerwerksverbote klingen wie hartes durchgreifen und als ob man jetzt richtig anpackt, in Wirklichkeit, ist es reines blenden und absolut nicht zielführend.Report

  2. Grundsätzlich ist diese Begehren das
    bis jetzt gescheiteste Votum dieser Partei.
    Persönlich kann ich dies unterstützen,
    aber wie wir alle wissen, sind ja im
    Herbst Wahlen und da kann ich diese
    Stellungsnahme dieser Stänkererpartei
    noch nicht ganz für voll nehmen.Report

  3. Die Feuerwerke abschaffen dafür mehr Bands ect. .Die Bands verbrauchen kein Strom? Auch nicht in der Zeit wo normalerweise das Feuerwerk statt findet oder die Lichter die in der Zeit normalerweise abgeschaltet werdendie dann ja angelassen werden? Ne is klar für wie dumm wird diesmal das Volk verkauft ?Report

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