Wie gleichberechtigt sind die Baslerinnen und Basler? (Bild: Telebasel)

Basel

«Eine Abteilung für Gleichstellung braucht es mehr denn je»

In Basel-Stadt setzt sich die Abteilung «Gleichstellung von Frauen und Männern» für Chancengleichheit ein. Diese sei noch lange nicht erreicht.

Seit 1981 ist in der Schweizer Bundesverfassung im 1. Kapitel zu den Grundrechten folgender Abschnitt zu lesen: «Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit».

Der entsprechende Artikel verpflichtet die Gesetzgeber, für rechtliche und tatsächliche Gleichstellung in der Schweiz zu sorgen. Die Umsetzung des Verfassungstextes erweist sich in vielen Bereichen jedoch als schwierig – für beide Geschlechter.

Gleichstellung in Basel

Im Kanton Basel-Stadt setzt sich die Abteilung «Gleichstellung von Frauen und Männern» (GFM) für die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ein. Gleichstellungsfragen sind nach wie vor hochaktuell, wie Leila Straumann, Leiterin der GFM betont.

Telebasel: Wie steht es um die Gleichtellung von Frauen und Männern in Basel-Stadt?

Leila Straumann: In der Gleichstellungsarbeit gibt es in der Schweiz und auch in Basel einigen Handlungsbedarf: Obwohl der Anteil der erwerbstätigen Frauen gestiegen ist, sind sie in Führungspositionen und Politik untervertreten. Haus- und Familienarbeit wird immer noch hauptsächlich von Frauen erledigt. Lohngleichheit ist weder im privaten noch im öffentlichen Sektor erreicht. Das ist besonders stossend, weil der Grundsatz «Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit» in der Bundesverfassung und im Gleichstellungsgesetz verankert ist.

Warum braucht es 2019 noch eine Abteilung für Gleichstellung?

Zwar sind Frauen und Männer vor dem Gesetz gleichgestellt. Die tatsächliche Gleichstellung ist auch 2019 in der Schweiz noch immer nicht erreicht. Die Lohnungleichheit ist dabei nur ein Beispiel. Deshalb: es gibt noch sehr viel zu tun für die Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern. Es braucht uns nach wie vor – oder mehr denn je.

Welches sind die Aufgaben der Abteilung für Gleichstellung?

Die Gleichberechtigung der Geschlechter besitzt eine breite rechtliche Abstützung – von internationalen Abkommen über die Bundesverfassung bis hin zu kantonalen Erlassen. Für die Erfüllung des Auftrages berät und unterstützt die GFM als Kompetenzzentrum für Gleichstellungsfragen den Regierungsrat, ist eng mit anderen Verwaltungsstellen vernetzt und arbeitet mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen.

(Weitere Informationen zu den konkreten Projekten der GFM.)

Gleichstellung für Frauen ist in aller Munde. In welchen Bereichen haben Männer das Nachsehen?

Die Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern setzt sich explizit für die Gleichstellung beider Geschlechter ein. Ein Nachsehen sollen deshalb weder Frauen noch Männer haben.

Nicht gleichgestellt sind Männer beispielsweise beim nicht gesetzlich verankerten Vaterschaftsurlaub. Die Schweiz bildet laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das Schlusslicht – zum Nachsehen der ganzen Familie. Schweizer Mütter erhalten ab Geburt des Kindes gesetzlich 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Danach müssen sie wieder zurück an ihren Arbeitsplatz. 14 Wochen sind eine äusserst kurze Zeit 0 für Mutter und Kind. Der Vater wird dabei ganz ausser Acht gelassen.

Die Themenwoche «Alle gleichgestellt?» auf Telebasel: Vom 10. – 15. Juni 2019 in den Telebasel News um 18:30 Uhr und stündlich ab 19 Uhr, sowie im Telebasel Report am 12. Juni 2019 stündlich ab 19:40 Uhr und in einer Spezialsendung am 15. Juni 2019 stündlich ab 19:15 Uhr. Dazu laufend interessante Themen auf telebasel.ch.

1 Kommentar

  1. Ich arbeite als Pflegeassitenti , und finde gleiche
    Arbeit gleicher Lohn.
    Warum geht das nicht auch im Pflegeberuf.
    Weil gerade in diesem Beruf ist die Arbeit
    nicht leicht. Ich liebe meinen Beruf .
    Arbeite schon seit 1981 immer wieder wird uns versprochen gleiche Arbeit gleicher Lohn.Report

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