Featured Video Play Icon

Basel

Basel gibt Vollgas für den Lachs

Der Lachs soll wieder in die Gewässer der Region zurückkehren. Dafür setzen sich die Stadt Basel, die Brauerei Ueli Bier und neu auch ein «Laggs-Trail» ein.

Der Lachs war einst zu hunderttausenden im Rhein zuhause. Heute ist im ehemals grössten Lachsfluss Europas kaum noch ein Vertreter der Salme anzutreffen. Diesem Umstand wollen verschiedene Projekte entgegenwirken. Das Neuste: ein «Laggs-Trail» entlang des Rheinufers. Trotzdem wird der einst heimische Fisch bis 2020 nicht zurück sein.

Der Lachs soll zurückkommen

Seit Mitte der 1980er-Jahre läuft im Kanton Basel-Stadt ein Besatzprogramm zur Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses. Seit über zehn Jahren setzt sich der WWF mit seinem «Lachs-Comeback-Projekt» ebenfalls für die Rückkehr der Fische in die Region ein. Auch an der Rheinministerkonferenz 2013 wurde eine internationale Vereinbarung getroffen. Der Fisch soll zurück in den Rhein und seine Basler Nebenflüsse.

Zusätzlich werden von kantonalen Fischereibehörden in Zusammenarbeit mit dem Bund jährlich etwa 30‘000 Junglachse ausgesetzt, wie die Stadt Basel mitteilt. Die Bemühungen zeigen erste Erfolge. In den letzten Jahren gelänge immer mehr Lachsen der Aufstieg in den Oberrhein.

Comeback vertagt

Das Scheitern des Comebacks der Salme dürfte auch den französischen Kraftwerken zwischen Strassburg und Basel liegen. Diese wurden seit der Rheinministerkonferenz immer noch nicht fischgängig gemacht. «Die Zeit ist mittlerweile zu knapp. Die Rückkehr des Lachses bis 2020 ist jetzt leider nicht mehr realistisch», sagt Christian Hossli von WWF Schweiz gegenüber der «bz Basel».

Laut dem Tierschützer sei der Hauptgrund des Scheiterns der Finanzierung zuzuschreiben. Denn anders als in der Schweiz müssten die Kraftwerke das Geld selber in die Hand nehmen, um nötige Anpassungen vorzunehmen.

So bleibt an der nächsten Rheinministerkonferenz das grosse Feiern über die Rückkehr des Salms aus und weitere Massnahmen müssen beschlossen werden, um dem Lachs zurück nach Basel zu verhelfen. «Also ist 2022 das neue Ziel für das Lachs-Comeback», so Hossli gegenüber der Tageszeitung. Denn in dieser Zeitspanne seien die nötigen baulichen Anpassungen umsetzbar.

Spielerisch lernen auf dem «Laggs-Trail»

Warum ist der Lachs weg? Und wer hat den Fisch vertrieben? Auf diese Fragen will der neue Trail ab Juni Antworten geben, schreiben die Verantwortlichen. Mit der PR für den Lachs hofft WWF Schweiz zusammen mit Foxtrail die Menschen zusätzlich für das Thema zu sensibilisieren.

Wie auf den schon bekannten Foxtrails üblich, sollen nun Jung und Alt dem Rheinufer entlang rätseln und auf spielerische Art Wissenswertes über den Lachs, seinen Platz in der Schweiz – und seine hoffentlich baldige Rückkehr erfahren. Wer am «Laggs-Trail» teilnimmt, erfährt nicht nur Wissenswertes über den Fisch, er unterstützt mit dem Ticketkauf auch das «Lachs-Comeback-Projekt» des WWFs.

Bierbrauen für den Lachs

Der WWF und die Region erhalten aber auch von unerwarteter Seite Unterstützung im Kampf um die Wiederansiedlung des Lachses. Die Brauerei Fischerstube unterstützt das «Lachs-Comeback-Projekt» mit einem eigens dafür gebrautem Bier, dem «Ueli Laggs spezial». Pro erworbener Flasche des Bieres fliessen 50 Rappen in das WWF-Projekt.

Bleibt dem Lachs zuliebe zu hoffen, dass all die Bemühungen sich auch auszahlen und der einst heimische Fisch seinen Weg zurück in die Basler Gewässer findet.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*