Die Zahlen des Bundesamt für Statistik zeigen: Männer und Frauen sind sich noch nicht in allen Bereichen ebenbürtig. (Bild: Keystone)

Schweiz

So steht es um die Gleichstellung in der Schweiz

In der Schweiz herrscht überall Gleichberechtigung - dies die gängige Meinung. Doch stimmt das wirklich? Die Zahlen zeigen ein anderes Bild.

Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht regelmässig die gesammelten Zahlen zu Bildung, Arbeit und Lohn der Schweizer Bevölkerung. Die erhobenen Daten zeigen auf, wo in der Schweiz noch Nachholbedarf in Sachen Gleichstellung besteht.

Bildung

Die Bildungschancen von Mädchen und Jungen seien heute nahezu gleich, wie die Abteilung «Gleichstellung von Frauen und Männern» (GFM) schreibt. Bei den Schulischen Leistungen hätten die Mädchen die Jungen sogar überholt. Trotz der besseren Schulnoten und Allgemeinbildung hätten Frauen in Basel und der Schweiz jedoch immer noch Mühe, diesen Vorsprung in die Berufswelt umzusetzen. Dies zeige sich insbesondere in den Lohnunterschieden und den mehrheitlich männlich besetzten Führungspositionen.

Wie die Abteilung für Gleichstellung weiter informiert, sei die Berufswahl bei Basler Jugendlichen immer noch stark von Rollenbildern beeinflusst. So würden Jungen eher einen Beruf oder Weiterbildung in den Gebieten der technischen Berufe, Natur- und Ingenieurwissenschaften wählen, Mädchen eher Geistes- und Sozialwissenschaften, sowie sozial ausgerichtete Berufe.

Die Zahlen: 

Lohn

Die Unterschiede in der Berufswelt zeigen sich laut der Abteilung für Gleichstellung in drei Bereichen. Einerseits im Ausmass des Beschäftigungsgrades, in der beruflichen Stellung und in der gewählten Branche. Im europäischen Vergleich seien in der Schweiz zwar überdurchschnittlich viele Frauen erwerbstätig, allerdings würden viele davon in vergleichsweise kleinen Teilzeitpensen arbeiten.

Frauen arbeiten auch öfters in belastenden Arbeitsverhältnissen wie etwa befristete Anstellungen, Kleinstpensen, Arbeit auf Abruf und Mehrfachbeschäftigung. Frauen seien auch vermehrt in Bereichen tätig, in denen die Löhne tief und das Ansehen gering ist. Dies betrifft Anstellungen in der Pflege, der sozialen Arbeit und in der Bildung auf Unterstufen-Niveau.

Die Zahlen: 

Care-Arbeit

Männer leisten mehr bezahlte Arbeit, Frauen mehr unbezahlte Arbeit – fasst die GFM zusammen. Würde man die Gesamtarbeitsstunden zusammenrechnen, so würden Männer und Frauen gleich viel arbeiten – allerdings zu unterschiedlichen Konditionen.

Der Grossteil der Betreuungs- und Pflegearbeit, sogenannter Care-Arbeit, wird unbezahlt von Frauen geleistet. Die Frauen reduzierten dafür oftmals ihr Erwerbspensum, um etwa die Kinder grosszuziehen oder um sich um die Pflege von Angehörigen zu kümmern.

Die Zahlen: 

Und die Männer?

Die oben gezeigten Daten und Grafiken beleuchten hauptsächlich die Situation der Frauen. Doch in welchen Bereichen haben die Männer das Nachsehen? Morgen veröffentlichen wir an dieser Stelle einen Artikel, welcher die Gleichstellung der Männer anspricht.

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