Trotz Spitalfusions-Nein kommt gfs.bern zum Schluss, dass eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Basel weiterhin gewünscht wird. (Bild: Keystone)

Basel

Spitalfusions-Gegner fordern «Vorschlag auf Augenhöhe»

Am 10. Februar wurde die Spitalfusion mit rund 56 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Nun legt das Forschungsinstitut gfs.bern die Gründe in einer Nachanalyse vor.

Fast zwei Drittel der Teilnehmenden im Kanton Basel-Stadt waren der Ansicht, der Kanton Basel-Landschaft profitiere auf Kosten von Basel-Stadt von der Fusion. Auch die geplante Rechtsreform löste Bedenken aus; 55 Prozent der Wählerschaft lehnte ab, da sie Nachteile für das Personal erwartete.

Die Befürworter hingegen waren der Ansicht, dass die Fusion Basels Platz in der Hochschulmedizin verbessert hätte. Je stärker die Aussage, dass durch die Fusion mehr Ressourcen für Investitionen hätten frei gemacht werden können, desto wahrscheinlicher wurde die Spitalfusion angenommen, so die gfs.bern. Erwartungen bezüglich Kostensenkungen und Attraktivitätssteigerung für das Personal hatten einen schwächeren Effekt.

Zusammenarbeit gewünscht

Trotz der Ablehnung sei das Thema einer engeren Zusammenarbeit zwischen den beiden Basel aus Sicht der Bevölkerung aber nicht vom Tisch: Eine Zusammenarbeit der zwei Kantone würde mit einer Zustimmung von 90 Prozent gewünscht, so das Forschungsinstitut. Der Grossteil der Stimmberechtigten fordern, dass beide Kantone das gleich hohe Eigenkapital einbringen sollten. Die Bereitschaft zu Einsparungen bei öffentlichen Spitälern sei bei den Wählern aber klein.

Regierungsrat Lukas Engelberger bedauert das Scheitern des vorgelegten Modells. Er nehme den Wunsch zu einer Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Kantonen aber zur Kenntnis. Ausserdem beteure er, dass im Bereich der gemeinsamen Versorgungsplanung intensiv daran gearbeitet würde. «Die längerfristigen Herausforderungen für das Universitätsspital Basel bleiben die Stärkung der Hochschulmedizin und der Investitionsfähigkeit. Diese Ziele gelten weiterhin und wurden auch von den Fusionsgegnern unterstützt», so Engelberger.

Der Gesundheitsdirektor bezieht sich auf die Nachanalyse und meint, derzeit seien die Voraussetzungen für eine neue bikantonale Spitalvorlage aber nicht gegeben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*