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Der Telebasel Sport-Beitrag vom 3. Juni 2019.

International

«King Roger» trifft auf «Stan The Man»

Die Statistik spricht für Roger Federer. Doch die Rollen im Schweizer Viertelfinal zwischen ihm und Stan Wawrinka sind weniger klar als die Zahlen suggerieren.

Mit seiner Bilanz von 22:3 Siegen ist Roger Federer de facto der grosse Favorit im Schweizer Derby. Zudem geht er im Gegensatz zu Stan Wawrinka ausgeruht in die Viertelfinals. Beim Waadtländer stellt sich die Frage, wie gut er sich von seinem (doppelten) Marathon gegen Stefanos Tsitsipas (5:09 Stunden) erholen kann.

«Einerseits wird Stan leicht angeschlagen in die Partie gehen, denn er hat sowohl körperlich als auch mental viel Energie liegen lassen», sagte Filip Dewulf, der belgische Halbfinalist von 1997. «Aber sein Erfolg vom Sonntag gibt ihm auch Kraft, weil es ein grosser Sieg war, der Selbstvertrauen generiert.»

Roger Federer mit besseren Karten

Technisch und taktisch hat Federer die besseren Karten. «Er hat fast immer die Lösung gefunden gegen mich», erinnerte sich Stan Wawrinka. Auch dann, wenn der Lausanner auf Augenhöhe schien, etwa in den Viertelfinals von Wimbledon 2014 oder im Halbfinal-Match der US Open 2015. Beide Male war er mit einem kurz zuvor herausgespielten Erfolg gegen Roger Federer in die Begegnungen gegangen.

Wawrinka spielte jeweils mit totalem Selbstvertrauen. In Wimbledon konnte er den ersten Satz gewinnen, liess dann aber nach, auch weil er seinen Achtelfinal-Match erst am Vortag gespielt hatte. Und in New York, das Jahr darauf, blieb er chancenlos, obwohl er mit besten Vorzeichen in die Partie gegangen war.

Diesmal wird er 48 Stunden nach dem Achtelfinal-Spiel gegen Stefanos Tsitsipas wohl nicht in bester Verfassung zum Match antreten. «Weil ein solcher Kampf unweigerlich Spuren hinterlässt», sagte Wawrinka nach dem längsten Einzel seiner Karriere. Und weit mehr als Roger Federer, der sich auf sein unvergleichliches Talent verlassen kann, ist der 34-jährige Roland-Garros-Sieger von 2015 darauf angewiesen, im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte zu sein.

«Auf Sand ist er am gefährlichsten für mich»

Am meisten Hoffnung kann Stan Wawrinka aus den Worten von Federer schöpfen: «Auf Sand ist er am gefährlichsten für mich», sagte der 37-Jährige und erinnerte an die drei Niederlagen, die er einstecken musste: zweimal in Monte-Carlo (2009 und 2014) sowie 2015 in den Viertelfinals von Roland-Garros. «Ich hoffe, er spielt nicht wieder so wie 2015», meinte Federer, der sich noch gut an das 4:6, 3:6, 6:7 erinnern kann. Stan Wawrinka stürmte in jenem Jahr unaufhaltsam zum Titel.

«Wawrinka gewann das letzte Duell mit Federer auf Sand»

Filip Dewulf ist überzeugt, dass Wawrinka auch in diesem Jahr zumindest mithalten kann. «Er gewann das letzte Duell mit Federer auf Sand. Das war hier zum gleichen Zeitpunkt. Das wird zählen». Der 47-jährige frühere Weltranglisten-39. erwartet eine Schlacht: «Für mich ist Roger nur ganz knapp Favorit, weil Stan in den Achtelfinals unglaublich gespielt hat. Und das wird ihm helfen, genauso wie der Umstand, dass er das Turnier schon einmal gewonnen hat».

Das Wetter könnte auch eine Rolle spielen. Der Dienstag kündigt sich gewitterhaft und regnerisch an. Damit wären die Bedingungen nicht besonders schnell, was für Wawrinka von Vorteil wäre, weil er dadurch mehr Zeit hätte, sein Schläge anzusetzen und unter Umständen sogar bei Unterbrüchen wegen Regens zu Pausen käme.

«Stan wäre sicher sehr froh, wenn es weniger warm wäre als am Sonntag», sagt Dewulf. «Es ist immer kompliziert, gegen Roger zu spielen. Aber Stan hat ihn schon geschlagen, und er besitzt die Mittel, um es wieder zu tun. Er wird sicher versuchen, mit seinen harten Schlägen Rogers Rückhand zu traktieren.»

Verfolgen Sie das Schweizer Viertelfinal-Spiel zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka an den French Open am 4. Juni 2019 ab 14 Uhr im Telebasel Live-Ticker.

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