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Stationen auf dem Weg zur Gleichberechtigung in Basel.

Basel

Der Basler Weg zur Gleichberechtigung

Im Jahr 2019 sind Basler Frauen in vielen Belangen den Männern gleichgestellt. Dieses Recht mussten sie sich jedoch hart erkämpfen.

Als Frau stehen einem heute in Basel und der Schweiz alle Türen offen. Freier Zugang zu Bildung, eigenständige Lebensplanung, und auch in der Berufswahl können Schweizer Frauen frei wählen. Dass das nicht immer so war, ist im Bewusstsein der heutigen Zeit nicht mehr so stark verankert. Die jüngsten Diskussionen rund um das Thema Gleichberechtigung zeigen aber wieder auf, wie lange der Weg zur Gleichberechtigung war und teilweise noch ist.

Die Meilensteine der Basler Gleichberechtigung

1813 – Die erste Schule für Mädchen

4. Januar 1813: Zwei simple Zimmer an der Schneidergasse 24 öffnen ihre Türen für Basler Mädchen. Die Institution «Stadttöchter Schule» nahm ihren Betrieb auf mit dem Ziel, auch den weiblichen Bürgern Wissen und Bildung nahe zu bringen. 1884 Zog die Töchterschule aus dem einfachen Schulzimmer um in ein eigens dafür gebautes Gebäude. Das damals neu errichtete Schulhaus ist als Leonhards Gymnasium noch heute in Betrieb.

1890 – Die erste Studentin

«21. April 1890: Als stud.med. immatriculierte sich an der Basler Hochschule die erste Dame, Frl. Emilie Frey aus Basel, welche sich in Zürich ihre Vorbildung erwarb.» So ist im Basler Stadtbuch von der ersten Studentin an der Universität Basel zu lesen. Dies nachdem der Regierungsrat im März 1890 Frauen «versuchsweise» das Studium in Basel zuliessen.

1891 – Die erste Ärztin

«18.01.1891: Es lässt sich in Basel die erste weibliche Ärztin nieder.» Die Basler Chronik findet für dieses Ereignis nur wenige Worte. Die erste Ärztin die hier beschrieben wird ist die in Zürich promovierte Emma Strub.

1959 – Lehrerinnenstreik

Am 3. Februar 1959 riss den Lehrerinnen des damaligen Mädchengymnasiums der Geduldsfaden. Grund war eine erneute Ablehnung des Frauenstimmrechts an der Urne. Die Lehrerinnen traten in einen eintägigen Proteststreik und sorgten damit für hefige und hauptsächlich negative Reaktionen aus Politik und Öffentlichkeit. Der Regierungsrat strafte die streikenden Lehrerinnen mit einem Verweis. Die Diskussion in den Medien führte jedoch zu einer Flut von Sympathiebekundungen gegenüber den Lehrerinnen, welche zahlreiche Briefe, Geld, Blumen und Kuchen zugeschickt bekommen haben, wie das Basler Stadtbuch festhält.

1966 – Frauenstimmrecht

Am 26. Juni 1966 war es dann endlich soweit: Die Basler Männer stimmten an der Urne mit 60 Prozent für das Frauenstimmrecht. Damit ging ein jahrzehntelanger Kampf der Basler Frauen für ihr Recht auf politische Mitbestimmung zu Ende. Basel-Stadt war im übrigen der erste Kanton der Deutschschweiz, der das Frauenstimmrecht einführte.

1968 – Die ersten Grossrätinnen

Zwei Jahre nach dem «JA» zum Frauenstimmrecht standen 1968 zum ersten Mal Frauen auf der Liste für den Grossen Rat. 166 Frauen stellten sich zur Wahl – 14 schafften den Einzug in die Regierung. Zum ersten Mal wurde eine Legislatur mit den Worten «Meine Damen und Herren» eröffnet.

1975 – Die erste Parlamentspräsidentin

1975 nahm erstmals eine Frau auf dem Präsidiumssitz des Grossen Rates platz. Gertrud Spiess wurde erste Präsidentin des Basler Parlaments. Sie sollte später auch als erste Basler Nationalrätin in die Schweizer Politgeschichte eingehen.

2013 – Einführung der Frauenquote

Im Februar 2013 stimmte das Basler Stimmvolk für die Einführung einer Frauenquote für die Verwaltungsräte kantonsnaher Betriebe. Diese sah vor, dass 33 Prozent der Verwaltunsratssitze von Frauen besetzt sein müssen. Basel übernahm in dieser Angelegenheit eine Vorreiterrolle, der Stadtkanton führte als erster in der Schweiz eine solche Regelung ein.

Die Themenwoche «Alle gleichgestellt?» auf Telebasel: Vom 10. – 15. Juni 2019 in den Telebasel News um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich, sowie im Telebasel Report am 12. Juni 2019 ab 19:40 Uhr stündlich und in einer Spezialsendung am 15. Juni 2019 ab 19:15 Uhr stündlich. Dazu laufend interessante Themen auf telebasel.ch.

1 Kommentar

  1. Schade, wird hier in der Aufzählung vergessen, dass die Bürgergemeinde der Stadt Basel fortschrittlicherweise das Frauenstimmrecht bereits im 1959, die Gemeinde Riehen sogar 1958, eingeführt hat.Report

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