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Der Telebasel News Beitrag vom 3. Juni 2019.

Basel

Druck aus der Politik nach der Schulvergleich-Klatsche

Nach dem schlechten Zeugnis für die Basler Schulen wächst der Druck aus der Politik. Lehrpersonen warnen hingegen vor voreiligen Schlüssen.

Das schlechte Abschneiden der Bebbi im interkantonalen Schulvergleich hat eine Welle an Vorstössen ausgelöst. Luca Urgese (FDP), Joël Thüring (SVP) und Katja Christ (GLP) haben in den letzten Tagen Interpellationen dazu eingereicht. Hintergrund ist eine der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). Bei den Mathematik-Prüfungen bildet Basel-Stadt das Schlusslicht. Keinen guten Platz hat der Stadtkanton – auch nicht beim Hör- und Leseverstehen im Französischunterricht.

Erneute Kritik an Franzi-Lehrmittel

Die Grünliberale Katja Christ findet es bedenklich, dass gerade der Pharma- und Life-Sciences-Standort Basel bei den MINT-Fächern keine gute Falle macht. In ihrem Vorstoss fordert sie nun das Erziehungsdepartement auf, beim Mathematikunterricht über die Bücher zu gehen. In Sachen Sprachunterricht fühlt sie sich in einer Kritik bestätigt, die sie schon seit mehreren Jahren übt. Das umstrittene Lehrmittel «Mille feuilles» sieht sie mitunter als einen der Faktoren für die Schwierigkeiten in der Mehrsprachendidaktik.

Nicht nur Fehlentscheidungen bei den Lehrmitteln, sondern auch die vielen Reformen, die vor allem die schwächeren Schüler überforderten, hätten womöglich zum schlechten Abschneiden beigetragen. Auch wenn Katja Christ betont, dass man nach der EDK-Studie nicht in Panik verfallen muss,  müsse der Stadtkanton die Sache ernster angehen. «Ich glaube, dass man schon besorgter reagieren sollte, als das Basel-Stadt gemacht hat – im Gegensatz zum Baselland».

Büffeln ist nicht alles

Für Jean-Michel Héritier, Primarlehrer an der Kleinbasler Inselschule und Präsident der Freiwilligen Schulsynode, kommen die Resultate aus der EDK-Studie nicht überraschend. Was die Mathematik anbelangt, sehe er im Unterrichtsalltag oft, woran es hapert. «Wir haben hier sehr viele Schüler hier, die zuhause eine andere Sprache als Schweizerdeutsch sprechen. Die können gut rechnen, doch damit sie die Aufgaben, die in den Tests gestellt werden, verstehen, brauchen sie sprachliche Hilfe».

Héritier warnt zudem davor, solche Schulvergleiche als Mass aller Dinge zu interpretieren. Sie gäben zwar Aufschluss über den Querschnitt. Das reine Lernen für Tests, um den Querschnitt anzuheben, wiederspiegle nun mal nicht das Lernen für die Zukunft. «Damit schaffen wir sicher bessere Ergebnisse, aber das learning to the test macht die Schüler nicht bereit für das Leben, das sie später bestehen müssen», sagt Héritier.

1 Kommentar

  1. Es sind die Pfeiffen die in den letzten 20 Jahren Politik machten und eine mehr als fragwürdige Bildungsharmonisierung betrieben. Schüler verlassen mit immer weniger Wissen die Schule und man erfand die Anlehren. Wenn man Politik macht sollte man auch was davon verstehen.Report

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