Das bewegt die Schweiz am Sonntag. (Symbolbild: Keystone)

International

Racial Profiling weit verbreitet und Mutterschaft als Jobkiller

Die Schlagzeilen der Sonntags-Presse: Viele Frauen verlieren den Job wegen Mutterschaft und rassistische Polizeikontrollen sind in der Schweiz weit verbreitet.

Atomkraftwerke laufen länger

Schweizer Atomkraftwerke sollen laut einer Meldung der «NZZ am Sonntag» länger laufen als derzeit geplant. Ursprünglich sei die Politik von Laufzeiten um die 50 Jahre ausgegangen. Nunmehr stelle das Bundesamt für Energie BfE auch 60 Jahre zur Disposition. Die Behörde habe in neuen Szenarien nicht bei 50 Jahren bleiben können, weil sonst die Realität ausgeblendet werde, teilte das BfE der Zeitung mit.

Zumindest eines der Atomkraftwerke, nämlich das AKW Beznau, werde die Laufzeit von 50 Jahren ohnehin schon bald überschritten haben und weiterhin in Betrieb sein. Ginge es nach dem Willen der Betreiberin Axpo, so solle Beznau ohnehin länger laufen. So schreibe der Konzern in der Firmenzeitschrift, zehn weitere Jahre würden der Schweiz mehr Zeit geben für den Aufbau der erneuerbaren Energien. «Dies macht die Kernenergie zur zentralen Brückentechnologie der Energiestrategie 2050.»

NBD verschärft Datenüberwachung

Der Nachrichtendienst des Bundes NDB ändert laut einer Meldung der «SonntagsZeitung» nachträglich die Daten zur Überwachung. Bei 31 der insgesamt 388 Überwachungen des vergangenen Jahres war ursprünglich der genaue Grund für die Überwachung vermerkt: Oft sei es um Drogendelikte und Raub gegangen und dies, obwohl der NDB die Bürger wegen solcher Bagatellen gar nicht überwachen dürfe. Das Nachrichtendienstgesetz erlaube dies nur, falls «eine konkrete Bedrohung der inneren oder äusseren Sicherheit» bestehe.

Von der Zeitung auf die Angaben angesprochen, überprüfte der Dienst die publizierten Daten und änderte kurzerhand darauf die Statistik. Nunmehr sei für jene 31 Überwachungen kein exakter Grund mehr erkennbar. Die Behörde verteidigt sich, dass die Einträge falsch erhoben worden seien.

Mutterschaft als Jobkiller

Jede siebte Frau verliert laut einer Meldung der «NZZ am Sonntag» ihre Stelle wegen Mutterschaft. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Studie des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS im Auftrag des Bundes. Rund 15 Prozent der Frauen legten nach der Geburt gegen ihren Willen eine Erwerbspause ein. In den meisten Fällen, nämlich in 11 Prozent, sei der Grund eine Kündigung oder die fehlende Möglichkeit für ein geringeres Arbeitspensum.

Weitere vier Prozent müssten den Job wegen eines Mangels an Betreuungsplätzen oder wegen anderer Probleme zumindest vorübergehend aufgeben. Die Zahlen basierten auf einer repräsentativen Befragung von rund 3’000 Frauen im Mutterschaftsurlaub. Als Knackpunkt erweise sich die Sperrfrist für eine Kündigung, die 16 Wochen nach der Geburt auslaufe.

Touristen-GA findet Anklang

Der Streit um die Anerkennung des Touristen-GAs bei einigen Bergbahnen ist laut der «Ostschweiz am Sonntag» und «Zentralschweiz am Sonntag» beigelegt worden. Die Bahnbetriebe am Schilthorn, am Stanserhorn und am Brunni dürfen das Touristen-GA künftig nicht mehr akzeptieren. Eine grosse Mehrheit der rund 250 Transportunternehmen des Tarifverbunds «Direkter Verkehr Schweiz» habe einer Änderung des Übereinkommens zugestimmt.

Demnach dürfen Bergbahnen das GA für Feriengäste nur noch anerkennen, falls sie auch das reguläre GA für Inländer akzeptierten. Für die Bergbahnen am Stanserhorn und dem Schilthorn sei dieses Vorgehen aus Gründen der Rentabilität und der Kapazität aber keine Option, hiess es.

Studie zeigt: Racial Profiling ist weit verbreitet

Rassistische Polizeikontrollen sind laut dem «SonntagsBlick» in der Schweiz weit verbreitet. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte Studie, die der Frage nachging, ob Sicherheitskräfte bestimmte Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer ethnischen Herkunft kontrollierten. Die diskriminierende Polizeipraxis sei in der Schweiz allgegenwärtig. Zahlen zum tatsächlichen Ausmass liefere die Studie allerdings nicht.

Dutzende Opfer-Berichte zeigten aber, wie ausgeprägt das Phänomen sei. Am häufigsten treffe es junge, dunkelhäutige Männer. Der Verband Schweizerischer Polizeibeamter verteidigt sich in der Zeitung: «Racial Profiling hat bei uns keinen Platz», hiess es. Es könne wohl aber Einzelfälle geben, denn Polizisten seien «auch nur Menschen».

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