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Der Beitrag in den Telebasel News vom 31. Mai 2019.

Basel

«Jetzt müssen wir warten, bis der nächste Unfall passiert»

Wegen Zwischenfällen an der diesjährigen Fasnacht dürfen Chaisen ab dem Cortège 2020 den Steinenberg nicht mehr befahren. Zu lasche Massnahmen für Tierschützer.

An der diesjährigen Fasnacht kam es zu zwei Zwischenfällen mit Chaisen-Pferden. Am Fasnachtsmontag und -mittwoch rutschte jeweils ein Tier auf einer Bodenplatte am Steinenberg aus und stürzte. Die Vorfälle sorgten für grosse Aufruhr an der Fasnacht und verschärften die Debatte um den Tierschutz an der Basler Fasnacht.

Nun reagiert das Fasnachts-Comité auf die Thematik und verstärkt den Schutz der Pferde am Cortège. Wie das Comité am Freitag mitteilte, dürfen ab der Fasnacht 2020 die Chaisen den Steinenberg während des Cortège nicht mehr befahren. Dies gelte sowohl für die innere als auch für die äussere Route. Ausweichmöglichkeiten seien mit mit der Interessensgemeinschaft (IG) Chaisen bereits erörtert worden. «Dadurch erhalten die Pferde eine zusätzliche Entlastung», schreibt das Comité. Der Steinenberg sei mit seiner Steigung und den Tramschienen für die Pferde «eine besondere Herausforderung» gewesen.

Als zweite Massnahme wurde beschlossen, dass die IG Chaisen am Wochenende vor der Fasnacht einen Rundgang mit einem Kutscher organisiert. Da werde die ganze Route auf kritische Stellen überprüft.

«Verpasste Chance»

Tierschützer Olivier Bieli gehen diese Massnahmen zu wenig weit. Das Fasnachts-Comité habe nun eine Chance verpasst, die Pferde ganz zu verbieten, ohne ihr Gesicht zu verlieren: «Jetzt hätte man sagen können: Aufgrund dieser Vorfälle nehmen wir die Pferde aus dem Cortège und jetzt hat man wieder nur so was konstruiert, dass man sie trotzdem drinnen behalten kann. Jetzt müssen wir halt warten, bis der nächste Unfall passiert und das ist überhaupt nicht nötig.»

Haufen Pferdemist vor Fasnachts-Comité

Als Protest Aktion platzierten er und weitere Tierschützer heute deshalb eine Schubkarre voller Pferdemist vor dem Büro des Fasnachts-Comités. Zwar begrüsse er den «Schritt in die richtige Richtung», dennoch vermutet er dahinter reines Kalkül. «Wir sehen eine Taktik dahinter vom Comité, dass wenn es auf den Sommer zugeht, die Leute das nicht mehr im Kopf haben, dass es jetzt passé ist»

(Video: Facebook) 

Erste Massnahmen bereits seit 2018

Die neu geltenden Tierschutz-Massnahmen ergänzen jene, die im Jahr 2018 ergriffen wurden, wie das Comité weiter mitteilt. Damals wurde beschlossen, dass für die Chaisen-Pferde eine Deklarationspflicht gilt. Chaisen-Besitzer müssen im Vorfeld der Fasnacht Angaben über die Kutscher und die eingesetzten Pferde einreichen. Die Pferde müssen erfahren, gesund und eindeutig identifizierbar sein. Die Kutscher müssen eine Ausbildung und Fahrlizenz nachweisen können.

Ebenfalls vereinbart wurde, dass entlang der Cortège-Routen Pausenzonen und Ruheplätze für die Pferde zur Verfügung stehen. Während des Cortège ist zudem eine Platz-Tierärztin vor Ort, die bei einem Unfall eingreifen kann. Das Fasnachts-Comité soll ausserdem rund um die drey scheenschte Dääg verstärkt auf das korrekte Verhalten gegenüber Pferden hinweisen.

1 Kommentar

  1. Ich glaub es ja nicht!
    Wird eigentlich die Basler Fasnacht nur
    noch von Sektierer bestimmt? Zuerst mit dem Neger im Signet der Negro Rhygass
    und jetzt mit dem gesperrtem Steinen-
    berg für die Pferde.
    Ich hätte auch noch eine Variante um der Fasnacht zu schaden, aber diese kann ich
    jetzt nicht mitteilen, da sonst diese Aus-
    sage von den Kulturverhindern aufgegrif-
    wird.
    Den Komitee würde ich empfehlen sich
    um das Wesentliche zu kümmern und nicht wie in diesem Falle die Stänkerer
    zu bevorteilen.Report

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