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Der Telebasel News Beitrag vom 29. Mai 2019.

Basel

«Wir haben heute die EU-Aussengrenze repariert»

Ein Grenzstein von 1830 fiel einem Vandalen-Akt zum Opfer. Am Mittwoch wurde das historische Objekt auf der Grenze zwischen Riehen und Lörrach neu aufgestellt.

Selten steht ein Stein derart im Rampenlicht: Hoher Polit-Besuch aus Basel und Baden-Württemberg feierte die Instandsetzung des Grenzsteins Nummer 44 mit sieben Reden. Der historischen Markierung wurde gar die Ehre zuteil, beim Apéro in einer Schokoladenversion aufgetischt zu werden.

«Gemeinsam haben wir heute die EU-Aussengrenze repariert», witzelte der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels bei der Instandsetzung. «Und wir haben sie nicht nur repariert, wir haben auch eine Sollbruchstelle eingebaut».

Grenzstein als Feuerstelle missbraucht

Was Hans-Peter Wessels mit einem Augenzwinkern kommentierte, hat eine Vorgeschichte. Der aus rotem Sandstein gefertigte Stein Nr. 44 trennt das Riehener Stettenfeld von Lörrach. Seit 1830 steht er dort, rund hundert Meter vom Bahngleis entfernt. Er ist einer von insgesamt 223 meist historischen Grenzsteinen auf der 22 Kilometer langen Landesgrenze zwischen dem Kanton Basel-Stadt und dem Landkreis Lörrach. Die ältesten Exemplare sind über 500 Jahre alt.

Immer wieder werden die alten Objekte in Mitleidenschaft gezogen. Manchmal sind es Land- oder Forstwirtschaftsmaschinen, die versehentlich die Grenzsteine beschädigen. Bisweilen kommt es auch zu Nachtbubenstreichen und Vandalenakten, die den Steinen zu schaffen machten. So geschah es auch mit der Nummer 44 im Stettenfeld. 1991 erlitt der Grenzstein einen Bruch. Anschliessend wurde der Stumpf gar als Feuerstelle genutzt, was dem Sandstein noch mehr zusetzte.

Sicherung gegen Nachtbuben und Traktoren

Vor zwei Jahren ging der Grenzstein erneut kaputt, wie der Basler Kantonsgeometer Paul Haffner sagt. Wie er vermutet, feierten dort Unbekannte ein Trinkgelage und rüttelten wohl aus Leichtsinn am Grenzstein, bis er erneut vom Sockel wegbrach. Das soll nun nicht mehr so schnell passieren. Kupferstäbe sichern den Stein mit dem im Boden einbetonierten unteren Teil. «Wenn nun wieder jemand daran rüttelt, kriegt er ihn nicht weg, der Stein bleib darauf», erklärt Haffner. «Wenn es eine Landwirtschaftsmaschine ist, die mehr Kraft hat, wird er weggedrückt, aber nicht zerstört».

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