(Bild: Keystone)

International

Prognose: Volksparteien verlieren in ganz Europa

Bei der Europawahl haben Christdemokraten und Sozialdemokraten nach einer ersten Prognose der ARD in ganz Europa verloren.

In Deutschland stürzten die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD nach Hochrechnungen auf ihr schlechtestes Ergebnis aller bisherigen Europawahlen ab. Nach den Hochrechnungen der Fernsehsender ARD und ZDF holte die CDU/CSU mit Spitzenkandidat Manfred Weber 28,1 bis 28,3 Prozent (2014: 35,4 Prozent).

An zweiter Stelle lagen die Grünen mit 20,9 bis 21,1 Prozent (2014: 10,7). Sie erzielten ihr bisher bestes Ergebnis bei einer nationalen Wahl. Die SPD fiel auf 15,4 bis 15,7 Prozent zurück (2014: 27,3).

Die rechtspopulistische AfD holte 10,4 bis 10,6 Prozent (2014: 7,1). Das sind rund zwei Punkte weniger als bei der Bundestagswahl 2017. Sie war erst 2013 gegründet worden und ist inzwischen in allen 16 deutschen Landesparlamenten vertreten.

FDP verbessert sich

Die Linke kam auf 5,5 bis 5,6 Prozent(2014: 7,4), die FDP verbesserte sich auf 5,4 bis 5,6 Prozent (2014: 3,4). Bei der Wahl zum EU-Parlament wurden im bevölkerungsreichsten Land der Union 96 von 751 Abgeordnete gewählt.

In Österreich stärkte ein fulminanter Sieg Kanzler Sebastian Kurz unmittelbar vor einem geplanten Misstrauensantrag gegen ihn im Parlament massiv. Laut Trendprognose hat seine konservative ÖVP ein Plus von fast 8 Prozentpunkten im Vergleich zur Europawahl 2014 eingefahren und kommt nun auf beinahe 35 Prozent.

Nach gemeinsamen Berechnungen mehrerer Meinungsforschungsinstitute erreicht die rechte FPÖ knapp 18 Prozent, ein Minus von gut 2 Prozentpunkten. Die Koalition zwischen der ÖVP von Kanzler Kurz und der FPÖ war an den Folgen des Video-Skandals um den ehemaligen Vizekanzler Heinz-Christian Strache zerbrochen.

Historisch bestes Wahlergebnis

«Wir haben heute das historisch beste Wahlergebnis erzielt, das es jemals bei einer EU-Wahl in Österreich gegeben hat», sagte ein erleichterter Kurz am Abend vor Parteianhängern. «Mir fehlen nicht oft die Worte, aber heute bin ich fast sprachlos.» Einen solch grossen Abstand zum Zweitplatzierten habe es noch bei keiner Europawahl gegeben.

In Frankreich holte die rechtspopulistische «Nationale Sammlungsbewegung» (RN) laut ersten Prognosen mehr Stimmen als die Partei von Präsident Emmanuel Macron. Le Pens Partei wurde mit 23 bis 24,2 Prozent stärkste Kraft. Macrons La République en Marche (LREM) kommt demnach auf 21,9 bis 22,5 Prozent. Dies wäre eine empfindliche Schlappe für den Pro-Europäer Macron.

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