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Der Telebasel News-Beitrag vom 26. Mai 2019.

Basel

BVB-Dienstausfälle: «Die Situation hat sich verschärft»

In den letzten zwei Monaten kam es auf dem BVB-Netz vermehrt zu Dienstausfällen. Buslinien sind davon besonders betroffen.

Erst vertröstet die Anzeige den Fahrgast mit weiteren Minuten Wartezeit. Dann aber verschwindet der angekündigte Bus ganz von der BVB-Tafel. Vorfälle dieser Art sind in letzter Zeit besonders häufig ein Ärgernis für die Fahrgäste. «Es ist korrekt, dass die Anzahl Dienstausfälle im April und vor allem im Mai stärker zugenommen hat», sagt BVB-Mediensprecher Benjamin Schmid.

Das habe mit zusätzlichen Einsätzen zu tun, etwa beim Tramersatz in Allschwil oder auf der Linie 42. «Da können wir mit dem vorhandenen Personal an gewissen Tagen nicht alle Dienste abdecken». Nach Schätzungen der BVB kam es im April zu rund 16 Dienstausfällen, dann alleine in der ersten Maihälfte gar zu deren 50.

Unmut bei den Chauffeuren

Mehrere BVB-Chauffeure, die nicht namentlich genannt werden möchten, haben gegenüber Telebasel ihren Unmut über die Personalknappheit geäussert. «An den Haltestellen fragen die Fahrgäste, was hier los ist», erklärt einer von ihnen. Das färbe sich auch auf die Stimmung der Chauffeure ab. «Die BVB sind nicht in der Lage, das einzuhalten, was sie versprochen haben», ärgert er sich. «Die Situation hat sich verschärft – seit April ist es besonders arg», sagt ein weiterer Chauffeur. Er stellt fest, dass diese Umstände vor allem die jungen und wenig erfahrenen Fahrer überfordert.

Ein anderer befragter Buschauffeur ist zuversichtlicher. Er stellt fest, dass es schwierig geworden sei, bei diesem Beruf Nachwuchs zu finden. Allerdings findet er, die BVB-Leitung tue ihr Bestes, um die Dienstplan-Engpässe zu meistern.

Verbesserungen für Ende Jahr angekündigt

«Auffällig ist, dass mehr Bus- als Tram-Kurse zur Zeit nicht besetzt sind, was man an den Meldungen über noch kurzfristig zu besetzende Dienste gut erkennen kann», sagt eine weitere Mitarbeiterin. Im Zweifelsfall werde eher die Schiene als die Strasse bedient.

Da in den Bussen weniger Leute befördert werden, seien auch weniger Fahrgäste betroffen als bei einem Tramausfall, erklärt Schmid. Wie er versichert, seien die BVB daran, rund hundert neue Fahrdienst.Mitarbeitende auszubilden. Dies habe aber erst später einen Effekt auf die Situation. Mit einer Entspannung sei im Herbst oder Ende Jahr zu rechnen.

2 Kommentare

  1. Was heisst hier bitte “nicht nach vier Stunden eine Pause antreten”? Wenn Sie mal vier Stunden vollkonzentriert einen Bus oder ein Tram geführt haben, sind Sie froh darum! Ohnehin sind die Lenkzeiten gesetzlich beschränkt, was, in Verbindung mit den Ablöseorten, gar keine längeren Fahrzeiten erlaubt. Schlimmer sind dagegen die oftmals ebensolangen Pausen, welche für die Mehrheit der Fahrdienstmitarbeiter kaum sinnvoll nutzbar sind, und Präsenzzeiten von bis zu 13 Stunden generieren.Report

  2. Dienstpläne menschlicher gestalten d.h. nicht schon wieder nach 4 Std. Pause antreten. Läppli lässt grüssen, sii kemme am achti gehn am zähni kemme am zwai, gehn am vieri…usw. Ein Feierabend ist nie in Sicht.
    Es sind ja schliesslich Menschen und keine Maschinen die die Arbeit verrichten. Dann der zusätzliche Stress Elsass, passt auch nicht zum Konzept BVB.
    Lohn ist auch nicht der beste. Also die BVB ist selbst schuld an dieser Misere und nicht die Angestellten D. h. die BVB muss dringend über die Bücher und darüber mal nachdenken so wie die Verwaltung arbeitet möchte vermutlich auch der Fahrdienst arbeiten!!! Geregelte Zeiten.Report

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