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Der Telebasel Talk vom 22. Mai 2019.

Basel

Wie steht es um den Ökoliberalismus, René Rhinow?

Primadonnen und Populismus sind Rhinow verhasst. Seine Biographie «Alles mit Mass» ist ein Statement für sachbezogene Politik und den «ganzheitlichen Menschen».

Schon 1987 hat René Rhinow unter dem Stichwort «Ökoliberalismus» seinen Wahlkampf geführt. Das war lange bevor sich die Grünliberalen gründeten. Wie steht es denn jetzt um den Ökoliberalismus? Und was heisst der Begriff genau? Höhere Flugpreise?

René Rhinow war und ist kein Mensch der lauten Töne, schon gar nicht der des raschen Effektes, wenn dafür eine inhaltliche Verkürzung in Kauf genommen werden muss. Oder des aufgeplusterten Egos. «Nachstehend möchte ich auf weitere Aspekte der Menschlichkeit hinweisen, die mir viel bedeuten: das Ziel des ganzheitlichen Menschen, Respekt und Demut, Menschlichkeit und Mass, die Klammerfunktion von Brückenbau und Kultur sowie das Lebenselixier tragender Freundschaften.» Was genau meint er mit «ganzheitlichem Menschen»?

Christoph Blocher und Guido A. Zäch

Wenig überraschend beschreibt er die erste Begegnung mit dem SVP-Politiker Christoph Blocher als kein freudvolles Ereignis: «Christoph Blocher zu René Rhinow: ‹Ah, Sie sind der neue Herr Professor im Ständerat?› Ich bejahte, bat ihn jedoch, auf die Anrede Professor zu verzichten. Oh nein, erwiderte er wie aus der Pistole geschossen, mit einem eindeutigen Lächeln im Gesicht, er habe eine riesengrosse Achtung vor den Herren Professoren. Voilà. Ich verstand die Botschaft wohl, liess dies nicht auf mir sitzen und gab zur Antwort, das sei wohl sein Problem».

Ähnlich schildert René Rhinow eine Begegnung mit Guido A. Zäch, dem Chefarzt des Paraplegikerzentrums Nottwil: «Mit den Allüren einer Primadonna ausgestattet».

Politik aus der Sache heraus

Aber «Alles mit Mass» ist keine Abrechnung. Vielmehr zeigt sich der FDP-alt Ständerat als Persönlichkeit, die die politischen Fragen stets präzis aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, immer aus der Sache selbst heraus begründen will, sowieso als Verfechter der Konkordanzdemokratie. Der Jurist René Rhinow (*1942 in Basel) vertrat von 1987 bis 1999 das Baselbiet im Ständerat. 1998 war er Ständeratspräsident. Von 2001 bis 2011 wirkte er als Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes. Von 1979 bis 1984 war er Mitglied des basellandschaftlichen Verfassungsrates sowie 1984 dessen letzter Präsident. Zudem arbeitete er in der Volcker-Kommission zur Untersuchung von nachrichtenlosen Vermögenswerten bei Schweizer Banken. Die Liste ist nicht vollständig.

Pointierte Geschichten

«René Rhinow blickt in seinen pointierten Geschichten auf seine Funktionen in der Öffentlichkeit zurück. In Basel und Münchenstein aufgewachsen, schildert er seine juristische Laufbahn bis zum Ordinariat an der Universität Basel und seine Erlebnisse in der Politik, zuletzt als Ständerat und Ständeratspräsident.

Er beleuchtet die interessante Entwicklung des Schweizerischen Roten Kreuzes in den zehn Jahren seines Präsidiums, seinen militärischen Werdegang und seine Erfahrungen in der sogenannten «Volcker-Kommission» zur Behandlung nachrichtenloser jüdischer Vermögen.

Prägnant entwickelt Rhinow seine Vorstellungen zum Liberalismus und zur FDP und vermittelt einen Einblick in sein publizistisches Wirken, vor allem zur schweizerischen Demokratie und zum modernen Staat. Bleibende Erkenntnisse, welche die Menschlichkeit ins Zentrum stellen, runden dieses spannende Lebensbild ab.» (Medientext Reinhardt Verlag)

Alt Ständerat und Buchautor René Rhinow ist ab 18:40 Uhr im Talk vom 22. Mai 2019 zu Gast.

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