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Der Telebasel News Beitrag vom 22. Mai 2019.

Baselland

Nachtflug-Sperre kommt erneut aufs Tapet

Der Allschwiler Gemeinderat fordert eine Nachtflugsperre am EuroAirport. Dieses Anliegen erhält auch von bürgerlicher Seite Unterstützung.

Auch wenn sich die Forderung nach einer Nachtflugsperre letzte Woche weder im Grossen Rat noch im Landrat durchsetzen konnte, ist sie noch nicht vom Tisch. Der Allschwiler Gemeinderat lancierte letzte Woche eine Petition an den Regierungsrat. Unter anderem plädiert er für eine Nachtflugsperre am EuroAirport von 23 bis 6 Uhr. Zudem setzt er Fragezeichen hinter einen Bahnanschluss beim EuroAirport. Dieses Vorhaben müsse einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.

Auch Bürgerliche an Bord

Über diese Reaktion des bürgerlich dominierten Gemeinderats freut sich der Allschwiler Einwohnerrat Ueli Keller (Grüne). «Es sind eigentlich im Prinzip alte Anliegen. Neu ist, dass sich der Gemeinderat dezidiert verpflichtet, aktiv zu werden und etwas zu machen», so Keller.

Unterstützung erhalten die Allschwiler Fluglärm-Gegner aus Binningen. Seine Parteikollegin, die Landrätin Rahel Bänziger stellt fest, dass das Thema Fluglärm vermehrt auf dem Radar ist. «Eine gewisse Erkenntnis, dass das nicht nur ein Luxusproblem darstellt, ist mittlerweile angekommen». Ein interfraktionelles Postulat im Binninger Einwohnerrat fordert die Unterstützung der Allschwiler Petition. Dieses wird sowohl von Rahel Bänziger wird von Politikern quer durch alle grossen Parteien mitgetragen.

«Flughafen kann nicht einfach abends schliessen»

Christoph Brutschin, Regierungsrat und EAP-Verwaltungsrat, sieht in der Nachtflugsperre eine schwierige Angelegenheit. Nebst Verspätungen sei die Express-Fracht ein gewichtiger Grund. Deren Landeflüge müssten in den frühen Morgenstunden von den Verteilzentren aus eintreffen. Die Logistik-Branche sei wichtig, daran hingen mehrere hundert Arbeitsplätze.

EAP-Direktor Matthias Suhr weist noch auf eine andere Hürde hin. Wie ein Bahnhof könne ein Flughafen als öffentlich-rechtliche Anstalt nicht von sich aus sagen, dass er um elf Uhr schliesst. «Deshalb müssen wir gewisse Verfahren einhalten, die nicht nur vom französischen Staat, sondern auch von der EU vorgeben sind», sagt Suhr gegenüber Telebasel.

Wie der EuroAirport diese Probleme löst, sei ihm überlassen, finden die Kritikerinnen. Es sei aber an der Zeit, nicht bei Versprechen zu bleiben. «Entweder findet man einen Weg, um das durchzusetzen, um den Leuten entgegenzukommen mit ihren Problemen oder man foutiert sich um diese Sorgen und das darf nicht sein», sagt Rahel Bänziger.

Kühler Mai sorgt für mehr Flüge

Ausgerechnet zu Zeiten von Demos und Diskussionen rund um den Klimawandel und Fluglärm geht beim EuroAirport die Tendenz in eine andere Richtung. Matthias Suhr stellt momentan eine starke Nachfrage fest. Viele Passagiere wollten zurzeit dem kühlen Mai entfliehen. «Ich merke einfach einen Unterschied zwischen den Ansprüchen und dem eigenen Verhalten und den Wünschen, die man durchsetzen will», sagt Suhr. Dabei differenziert er: «Ich denke aber nicht, dass diejenigen Leute, die demonstrieren, die gleichen sind wie diejenigen, welche die grosse Nachfrage im Luftverkehr provozieren».

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