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Der grünliberale David Wüest-Rudin im Talk am 21. Mai 2019.

Basel

MCH-Group: David Wüest-Rudin erhöht Druck

Die MCH-Group steckt in einer tiefen Krise. Die Beteiligung des Kantons ist David Wüest-Rudin ein Dorn im Auge. Nun fordert er weitere Antworten.

In seiner Interpellation kritisierte David Wüest-Rudin die Beteiligung de Kantons (33,5 Prozent) an der MCH-Group. Die hält er für ein Risiko. Weiter stellte er in Frage, ob die Regierungsmitglieder Eva Herzog und Christoph Brutschin weiterhin im Verwaltungsrat Einsitz haben sollten. Daraus könnten sich Interessenskonflikte ergeben. Die Regierung warf in ihrer Antwort das volkswirtschaftliche Interesse des Kantons bezüglich der Beteiligung in die Waagschale. Und: «Ein Rücktritt aus dem Verwaltungsrat steht nicht zur Diskussion».

Etwaige Sanierung: Keine «vollendeten Tatsachen»

Davon zeigt sich David Wüest-Rudin nicht befriedigt. Telebasel liegt der Text-Entwurf seines neuen Anzugs vor, den er demnächst einreichen will. Darin steht: «Der Regierungsrat sichert in der Interpellationsantwort zu, dass keine Sanierung (der MCH-Group) notwendig sei. Wenn es so weit käme, könne der Grosse Rat darüber entscheiden (Beteiligung im Verwaltungsvermögen). Er hat jedoch völlig offengelassen, wie es weiter geht und welche Risiken für den Kanton bestehen (inkl. zum Beispiel Frage Hallenkauf). Es ist für Parlamente ärgerlich, ja untragbar, wenn sie von der Exekutive vor vollendete Tatsachen gestellt werden.» Wüest-Rudin fordert deshalb weitere Informationen. Es dürfe nicht sein, dass der Grosse Rat «Sachzwänge» vorgelegt erhalte.

Grundsätzliche Interessenskonflikte

Weiterhin sieht David Wüest-Rudin einen massiven Interessenskonflikt: Sollte die Messe dem Kanton die Hallen verkaufen, so setzte sich etwa Regierungsrätin Eva Herzog für möglichst tiefe Preise ein, während Verwaltungsrätin Eva Herzog einen möglichst hohen Erlös würde erzielen wollen.

Aber der Konflikt bestehe auch auf grundsätzlicher Ebene: Hier die Regierung, der es um den Standort Basel geht, da die «Renditestrategie der Digitalisierung und der internationalen, bzw. globalen Messetätigkeiten in Asien und Amerika, wie sie die anderen Aktionäre verfolgen».

Keine Schuldzuweisungen

Wüest-Rudin gehe es nicht um Schuldzuweisungen, er wolle eine Diskussion anstossen. Zudem fordert er Transparenz. Der Unternehmensberater stellt auch die Kompetenz der gegenwärtigen Verwaltungsrats-Zusammensetzung in Frage. Vom Regierungsrat will er deshalb wissen, «wie er eine Zusammensetzung des Verwaltungsrats sicherstellt, der das Vertrauen der Investoren und zugleich der öffentlichen Hand geniesst».

David Wüest-Rudin ist ab 18:40 Uhr im Talk vom 21. Mai 2019 zu Gast. 

Für Raunen und Zischen im Walde sorgte am 12. Mai 2019 SP-Ständerätin Anita Fetz in der Telebasel-Sendung Sonntags-Talk. Auch sie stellte die fachliche Kompetenz des MCH-Verwaltungsrats in Frage und verlangte von der Messe weitere Informationen:

Tags darauf widersprach ihr Parteikollege und Regierungsrat Christoph Brutschin in den Telebasel-News:

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